Philippinen Regierung unterzeichnet Friedenspakt mit Rebellen

Der philippinische Rebellenchef spricht von einer "Krönung unseres Kampfes", der Präsident von einem "dauerhaften Wandel": Nach jahrelangen blutigen Kämpfen haben beide ein Friedensabkommen unterzeichnet. Bis zur Umsetzung könnten jedoch noch Jahre vergehen.
Präsident Benigno Aquino III. (2. v. r.), MILF-Chef Murad Ebrahim (l.): Unterzeichnungszeremonie in Manila

Präsident Benigno Aquino III. (2. v. r.), MILF-Chef Murad Ebrahim (l.): Unterzeichnungszeremonie in Manila

Foto: AP/ Malacanang Photo Bureau

Manila - Die philippinische Regierung und die wichtigste Rebellengruppe des Landes, die Moro Islamische Befreiungsfront (MILF), haben am Donnerstag ihren Konflikt beigelegt. MILF-Chef Murad Ebrahim und Präsident Benigno Aquino unterzeichneten in Manila einen Friedensvertrag.

Der Pakt beinhaltet die Gründung der autonomen Region Bangsamoro. Damit seien die "schwierigsten und bedeutendsten Schritte" für den Frieden getan, sagte Präsident Aquino. Die Vereinigung eröffne einen "Weg, der uns zu einem dauerhaften Wandel im muslimisch geprägten Mindanao führen kann", so der Staatschef. Ebrahim nannte das "umfassende Abkommen" bei der Zeremonie im Präsidentenpalast eine "Krönung unseres Kampfes".

17 Jahre lang hatten Regierung und Aufständische in der südlichen Region Mindanao über die Autonomie eines muslimischen Gebietes verhandelt - immer wieder überschattet von Gewaltausbrüchen.

Die auch Moroland genannte Region liegt im Westen und Südwesten der Insel Mindanao und umfasst rund zehn Prozent des philippinischen Staatsgebiets. Das Abkommen macht Regierung und Rebellen zu Partnern bei der Einführung weitgehender Autonomierechte für die dortigen Muslime.

Bangsamoro kann nun bis zum Ende der Amtszeit des Präsidenten 2016 gegründet werden. Aquino warnte Saboteure und bewaffnete Gruppen davor, die Umsetzung zu stören. "Ich werde nicht zulassen, dass meinem Volk erneut der Friede entrissen wird", sagte der Staatschef.

Der größte Widerstand kommt von Seiten einflussreicher katholischer Politiker in Mindanao. Mit Blick auf die Wahlen in vier Jahren ist zudem die Versuchung groß, mit dem umstrittenen Abkommen auf Stimmenfang zu gehen.

Aquino scheidet 2016 verfassungsgemäß nach sechs Jahren aus dem Amt. Die Philippinen sind mehrheitlich katholisch, die rund zehn Millionen Muslime machen etwa zehn Prozent der Bevölkerung aus. In der künftigen Autonomieregion gibt es aber auch große katholische Gemeinden.

heb/dpa/AFP
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