Philippinen Duterte kündigt "Todesschwadron" gegen kommunistische Rebellen an

Gegen angebliche Drogenkriminelle lässt er schon brutal durchgreifen, jetzt hat der philippinische Präsident Duterte ein neues Ziel ausgemacht: Er will eine "Todesschwadron" gegen Kommunisten im Land einsetzen.

Rodrigo Duterte
MARK R CRISTINO/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Rodrigo Duterte


Menschenrechtsgruppen befürchten, der philippinische Präsident Rodrigo Duterte könnte seinen Antidrogenkrieg, der bereits Tausende Menschen das Leben gekostet hat, auf weitere Gruppen ausweiten. Grund für die Sorge ist eine Ankündigung Dutertes, der nach eigenen Angaben eine "Todesschwadron" gegen kommunistische Rebellen gründen möchte. Er sagte: "Wenn Ihr drei oder vier (Rebellen) seht, bringt sie alle um."

Verteidigungsminister Delfin Lorenzana sagte, sein Ministerium werde die Pläne genau studieren, vor allem aber die Frage, wer die Schwadron zusammenstellen und kontrollieren werde.

Amnesty: "Jeder kann Zielscheibe werden"

Der Konflikt zwischen philippinischer Regierung und Rebellen gehört zu den ältesten auf dem asiatischen Kontinent. Der bewaffnete Arm der Kommunistischen Partei hatte 1969 einen maoistisch beeinflussten Aufstand gegen die Regierung in Manila begonnen. Schätzungen zufolge wurden in dem Konflikt bereits mehr als 30.000 Menschen getötet.

Wie andere Präsidenten vor ihm hatte Duterte zunächst Friedensgespräche mit den Kommunisten eingeleitet, diese aber im vergangenen Jahr nach einer Reihe von Angriffen auf Soldaten und Polizisten wieder eingestellt. Seitdem bezeichnet er die Partei und ihren bewaffneten Arm als Terrororganisationen.

Duterte steht international wegen des brutalen Vorgehens der philippinischen Sicherheitskräfte im Kampf gegen die Drogenkriminalität mit Tausenden Toten in der Kritik. Dutertes Ankündigung komme einer "Eröffnung der Jagdsaison gegen Rebellen, Linke, Zivilisten und Regierungskritiker" gleich, erklärte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch.

Amnesty International wies darauf hin, dass schon heute Regierungskritiker als Sympathisanten oder Rebellen der Kommunisten diffamiert würden. Amnesty-Experte Wilnor Papa sagte: "Es ist beängstigend, dass jeder zur Zielscheibe werden kann."

Im Video: Dutertes Drogenkrieg

Amnesty International

vks/dpa/AFP



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