Pinochet Auslieferung an Spanien beschlossen

Ein britisches Gericht hat entschieden, dass der chilenische Ex-Diktator Augusto Pinochet an Spanien ausgeliefert werden kann. Das letzte Wort ist damit aber noch nicht gesprochen.

London - Der britische Richter Ronald Bartle beurteilte den von Spanien eingereichten Auslieferungsantrag in allen 35 Anklagepunkten als zulässig. Pinochets Anwälte haben jetzt 15 Tage Zeit gegen diese Entscheidung Berufung einzulegen. Dadurch kann sich das Verfahren noch lange hinziehen.

Pinochet selbst erschien am Freitag nicht vor Gericht. Sein Anwalt Clive Nicholls verlas jedoch eine Erklärung des Generals: "Als ehemaliger Präsident der Republik Chile und Senator erkläre ich, dass ich der Verbrechen, derer ich angeklagt bin, nicht schuldig bin", beteuerte Pinochet. "Spanien hat keinen einzigen Beweis vorgelegt. Die spanischen Ermittlungen seien unzureichend gewesen. Außerdem sei Spanien in dem Fall nicht zuständig. Es ist schon lange klar, dass meine Auslieferung politisch motiviert ist", teilte Pinochet dem Gericht mit.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International dagegen bewertete die Entscheidung als "bedeutenden Schritt in einem bemerkenswerten Fall, der eine neue Ära für die Menschenrechte eingeläutet hat". Pinochet war vor einem Jahr in London festgenommen worden und steht seitdem unter Hausarrest. Spanien will ihn wegen der Verbrechen unter seiner Militärdiktatur von 1973 bis 1990 vor Gericht stellen.