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Chile: Schreckensherrschaft von Pinochet: Schreckensherrschaft von Pinochet

Foto: © Reuters Photographer / Reuter

Pinochet-Diktatur in Chile Ex-Soldaten fordern Schadensersatz

Sie sehen sich als die "ersten Opfer" der Pinochet-Diktatur: Etwa 400 frühere Soldaten wollen vom chilenischen Staat entschädigt werden.

Etwa 400 frühere Soldaten verlangen Schadensersatz vom chilenischen Staat. Sie dienten während der Pinochet-Diktatur und wollen anerkannt werden als Opfer der "Politik eines Schreckensstaates". Sie seien einer regelrechten "Gehirnwäsche" unterzogen worden, um danach ihre danach ihre Landsleute zu töten oder zu misshandeln, so ein Soldat. Ein anderer sagte, dies habe ihn sein Leben lang verfolgt.

Daher seien die Männer die "ersten Opfer" der Diktatur gewesen, sagte Marcelo Sanhueza als Vorsitzender eines Zusammenschlusses einstiger Wehrpflichtiger dem Radiosender Corporativa.

Während der Militärdiktatur wurden 3200 Menschen getötet und mehr als 38.000 gefoltert. Zehntausende Bürger wurden in Stadien gepfercht und gefoltert, Tausende wurden in Konzentrationslagern festgehalten oder heimlich umgebracht und verscharrt.

Hunderte politische Gefangene des Regimes wurden auch in der berüchtigten deutschen Siedlung Colonia Dignidad gefoltert, Dutzende ermordet.

An der Spitze der Diktatur stand General Augusto Pinochet, der 1973 vom sozialistischen Präsidenten Salvador Allende zum Heereschef ernannt worden war. Wenige Wochen später stellte sich Pinochet an die Spitze einer putschenden Militärjunta und stürzte Allende mit Unterstützung des US-Geheimdiensts CIA.

Pinochet bewunderte Adolf Hitler und den spanischen Diktator Francisco Franco und ließ sich eine Verfassung maßschneidern. Doch 1988 verlor der Alleinherrscher unerwartet ein Referendum über seinen Verbleib als Staatspräsident. Er musste erstmals Wahlen mit mehreren Parteien zulassen. Im März 1990 musste Pinochet die Staatsspitze räumen, acht Jahre später auch das Oberkommando über das Heer.

Ein spanischer Richter ließ den in der Heimat immunen Senator auf Lebenszeit bei einer Auslandsreise in London verhaften und machte ihm den Prozess wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Zwar kam Pinochet aus gesundheitlichen Gründen Anfang 2000 frei. Doch seither ermittelten die Richter auch in Chile gegen ihn in mehr als 300 Verfahren, zuletzt wegen der Verschiebung von Millionen Dollar auf geheime Konten im Ausland. Pinochet, der unter Hausarrest stand, starb 2006 in Santiago an den Folgen eines Herzinfarkts.

kgp/AFP
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