Pinochet Kein Staatsbegräbnis für den Diktator

Seine rechten Gefolgsleute forderten es lautstark, doch Chiles sozialistische Präsidentin Michelle Bachelet erteilte ihnen schnell eine Absage: Dem gestorbenen Ex-Diktator Augusto Pinochet wird kein Staatsbegräbnis mit dreitägiger Staatstrauer gewährt.


Santiago de Chile - Etwa 2.000 Anhänger Pinochets hatten sich
vor dem Militärhospital, wo Pinochet acht Tage nach einem Herzinfarkt gestorben war, versammelt und ein Begräbnis für ihn gefordert, wie es einem ehemaligen Staatschef zustehe. Die sozialistische Präsidentin Michelle Bachelet ließ jedoch kurz
darauf mitteilen, dass diese Ehre Pinochet nicht zuteil werde. Er
werde als ehemaliger Chef der Streitkräfte beigesetzt, sagte der
Generalsekretär der Regierung, Lagos Weber.

Am Dienstag werde es eine Messe für den Verstorbenen geben, an der Verteidigungsministerin Vivianne Blanlot im Auftrage Bachelets teilnehmen werde. Angaben der Armee zufolge wird Pinochet am Dienstag in Santiago beigesetzt. Der genaue Ort der Beisetzung wurde in der Erklärung der Armee nicht genannt. Die Familie des Ex-Generals wünscht die Einäscherung des Leichnams.

Präsidentin Bachelet hatte sich schon früher skeptisch hinsichtlich eines Staatsbegräbnisses für Pinochet geäußert. Ihr Vater war während der Pinochet-Diktatur zu Tode gefoltert worden, und sie selbst war zusammen mit ihrer Mutter in dem Folterzentrum Villa Grimaldi in Santiago misshandelt worden.

kai/dpa/AFP



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