Kurden-Konflikt PKK stoppt Abzug aus der Türkei

Die PKK kritisiert die Haltung der türkischen Regierung im Friedensprozess. Solange Ankara keine Zugeständnisse machen, will die kurdische Untergrundorganisation den vereinbarten Rückzug ihrer Kämpfer unterbrechen.

PKK-Kämpfer (beim Rückzug im Mai 2013): Abzug in den Nordirak unterbrochen
AFP/ Firat News Agency

PKK-Kämpfer (beim Rückzug im Mai 2013): Abzug in den Nordirak unterbrochen


Istanbul - Die kurdische Untergrundorganisation PKK hat ihren Abzug aus der Türkei in den Nordirak gestoppt und Ankara Mangel an Friedensbereitschaft vorgeworfen. Die türkische Regierung habe keine Schritte zur Lösung der Kurdenfrage unternommen, hieß es in einer Erklärung, aus der die PKK-nahe Agentur Firat am Montag zitierte. Eine am 23. März verkündete Waffenruhe solle aber in Kraft bleiben.

Die PKK hatte im Mai offiziell mit dem Abzug von Kämpfern in den Irak begonnen und erklärt, den Weg für eine schrittweise Friedenslösung in dem jahrzehntelangen Konflikt einzuschlagen. Der inhaftierte PKK-Chef Abdullah Öcalan hatte im März einen Kurswechsel hin zu einem politischen Kampf für die Rechte der Kurden gefordert.

Die PKK-Führung warf der Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan am Montag vor, sich unverantwortlich zu verhalten und auf die Bemühungen der Kurden keine ausreichende Antwort gegeben zu haben. Es habe keine Freilassung Gefangener und keine Änderungen am umstrittenen Anti-Terror-Gesetz gegeben. Das Militär baue aber Außenposten aus. "Der Stopp des Abzugs soll die Regierung dazu bringen, das Vorhaben ernst zu nehmen und die nötige Schritte zu tun", hieß es in der Erklärung.

PKK-Anführer hatten zuletzt mehrfach vor einem Scheitern der Friedensbemühungen gewarnt, wenn Ankara nicht auf den Abzug reagiere. Die türkische Regierung kritisierte dagegen, der Abzug von PKK-Kämpfern sei unvollständig geblieben.

Regierungschef Erdogan hatte seinerseits den Rebellen im August vorgeworfen, das Abkommen zum Rückzug aus der Türkei gebrochen zu haben. Die Versprechen der PKK seien "nicht erfüllt worden", sagte Erdogan. Nur ein Fünftel der Rebellen habe das türkische Staatsgebiet tatsächlich verlassen - vor allem Frauen und Kinder. Erdogan schloss zugleich eine für alle PKK-Kämpfer geltende Amnestie aus.

Die PKK wird von der Türkei, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. Sie kämpft seit Anfang der achtziger Jahre für eine Unabhängigkeit oder größere Autonomie der Kurdengebiete in der Türkei. Kurdische Organisationen beklagen eine systematische Diskriminierung ihrer Volksgruppe, die bis zu ein Fünftel der Bevölkerung stellt, durch den türkischen Staat.

fab/AFP/dpa



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ebmass 09.09.2013
1. riesen armee:-)
seit einigen monaten will sich die pkk aus der türkei zurück ziehen..ist schon ein riesen logistischer aufwand diese rebellenarmee von 1500 mann und frau:-) ohne panzer, flugzeuge und sonst was 200km ins nachbaland irak zurückzuziehen.. laien würden bei der überschrift denken, es handele sich um eine grosse militärmacht mit hunderttausenden von soldaten
Levend 09.09.2013
2. Erdogans "Success Story"?!
Hatten uns Erdogans "Sympathisanten" hier nicht immer wieder unermüdlich versucht einzureden, dass der "Frieden mit der PKK" Erdogans einzigartiger Verdienst ist? Und jetzt entpuppt es sich als das, was so ziemlich alle anderen "Erfolgsgeschichten" der AKP/Erdogans auch sind: eine Luftnummer! Ach ja, im Fall des Scheiterns werden Erdogan, die AKP und deren Sypathisanten die Schuld auf die PKK schieben... wie so oft sind immer "die Anderen" Schuld, wenn etwas nicht wie gedacht klappt - mal ist es die "Zins-Lobby", mal die Israelis, mal die Istanbuler Gezi-Demonstranten usw. usw. Hauptsache man trägt nicht selber die Schuld am Scheitern!
mesopotamien00 09.09.2013
3.
Die PKK ist in erster Linie eine Partei und keine Untergrundorganisation die 1978 gegründet wurde. Bis 1984 versuchten sie vergebens mit politische mittel für de rechte der Kurden zu kämpfen ,die offiziell knapp 20 Mio. Einwohner machen (inoffiziell 23-27 Mio. Geschätzt) . Es gab Massaker von Seiten der türkischen Regierung ... Die wurden nie berichtet so begann dann der bewaffnete Kampf 6 Jahre nach der Gründung . Es gab Massenverhaftung gegen die kurdische Bevölkerung ,Frauen Kinder wurde gefoltert von einem NATO Staat aber das könnt ihr ja nicht wissen wenn die West Medien nie darüber berichtet haben . Sie schossen scharf (türkische Milizen sowie Armee) auf friedliche Demonstratanten die für ihre Freiheit gegen ihre Unterdrückung für Menschenrechte protestierten. Etwas mehr als 80% stehen hinter der PKK von 40. Mio Kurden nicht weil sie eine Mitte links Partei waren weil sie als politische Macht sich erhob gegen die besatzungs Politik im Osten der Türkei . es gibt mittlerweile viele Parteien unter den Kurden .alle mit einen Ziel ! Daher halten die meisten ja auch zu der PKK (Arbeiter Partei Kurdistans) und es war klar das de Friedensgespräche so verlaufen würden , 6 versuche gab es in den letzten Jahrzehnten 6mal scheiterte sie was die türkische Seite zu verantworten hatte das 7 sieht auch danach aus . Nur wird natürliche der "Tiefe Staat" eine kleine Autobombe hochgehen lassen wo ein paar verletze geben wird in Badeorte wie Antalya dann werden die Medien natürliche die PKK verantwortlich machen obwohl es gab in den letzten 13 Jahre 11 Bombenanschläge 8 Tote und zwei Dutzend Verletzte jeder weiß das die PKK an Urlaubsorte nicht interessiert ist und das es weit weg liegt außerdem kämpft die PKK für die rechte der Kurden die sind doch ncht blöd zu riskieren bei den knapp 20 Millionen kurdenin der Türkei sie als Opfer im Kauf zu nehmen . Daher gab es nie solche Anschläge aus ihren Reihen nur werden sie wieder für das scheitern schuldig gemacht wie immer eigentlich ... Das Massaker an den Armenier ist irrelevant wie das Massaker an den Kurden seit der Kemalistische Staatsgründung ,wie denn auch wenn die Türkei NATO Mitglied ist . Wie die Amis und EU die dürfen auch jeden Mist ungestraft treiben ...
mesopotamien00 09.09.2013
4.
Zuerst sind es 6000 Kämpfer Überall in Osten der Türkei verteilt manche haben knapp 900 km Fußweg vor sich , jaa...sie marschieren noch wie die alten meder ,Griechen ,Perser über die Berge Mesopotamiens ;) ohne Hilfsmittel sie tragen die schwere Waffen auf Schulter und Rücken das kann bis 8 Monate dauern . Wie in alten Zeiten .
nico211 09.09.2013
5. hmm
Momentan könnten die Kurden aus dem Nordirak unauffällig Ihre Gebiete in Syrien zurückerobern... damit wäre das neutrale Kurdengebiet noch größer, man hätte eine breitere Basis.. In diesen Regionen können die Kurden Wohlstand schaffen und Ihren Einfluss in den Türkischen und persischen Kurdengebieten vergrößern und ausbauen. Ist natürlich das Risiko, dass Azad viel Handlungsfähiger ist als man denkt... :-/
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