Polen "Solidarnosc"-Seelsorger Jankowski gestorben

Er predigte 1980 nach dem Ausbruch des Streiks vor 8000 Arbeitern auf der Danziger Werft - und unterstützte die Solidarnosc. Jetzt ist der Seelsorger Henryk Jankowski im Alter von 73 Jahren in Danzig gestorben.
Priester Jankowski: Nach 1989 fiel er durch judenfeindliche Äußerungen auf

Priester Jankowski: Nach 1989 fiel er durch judenfeindliche Äußerungen auf

Foto: epa pap Andrzej Grygiel/ dpa

Warschau - Der zuckerkranke Priester Henryk Jankowski starb am Montagabend im Alter von 73 Jahren in einem Pfarrhaus in Danzig, meldete die polnische Nachrichtenagentur PAP.

Jankowski hatte am 17. August 1980, drei Tage nach dem Ausbruch des Streiks gegen die kommunistische Partei- und Staatsmacht eine Messe für rund 8000 Menschen auf dem von den Sicherheitskräften umstellten Werftgelände abgehalten. Seitdem galt er als Pfarrer der Gewerkschaft "Solidarnosc" - der ersten unabhängigen Arbeitervertretung im damaligen Ostblock.

Lech Walesa

Nach Verhängung des Kriegsrechts im Dezember 1981 half Jankowski verfolgten Gewerkschaftsaktivisten. Seine Brigitten-Kirche wurde zum Treffpunkt für Regimekritiker um "Solidarnosc"-Chef , nach den Messen wurden oft Demonstrationen veranstaltet.

Nach dem demokratischen Umbruch 1989 fiel der Geistliche durch umstrittene Predigten auf, die auch judenfeindliche Äußerungen enthielten. 1997 belegte ihn der Erzbischof von Danzig, Tadeusz Goclowski, mit Redeverbot, sieben Jahre später suspendierte er Jankowski vom Pfarrerposten in der Brigitten-Gemeinde.

anr/dpa
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