Einsatz in Burma Polizei löst Proteste gegen chinesische Mine auf

Im Norden Burmas protestieren Studenten, Bauern und Mönche gegen ein geplantes chinesisches Kupferbergwerk. Die Demonstranten wurden von ihrem Land vertrieben, teils sogar ohne Entschädigung. Jetzt rückte die Polizei mit Wasserwerfern und Tränengas an.

Verletzte Mönche nach der Auflösung der Demonstration: Proteste in Burma
AFP

Verletzte Mönche nach der Auflösung der Demonstration: Proteste in Burma


Rangun - Die Polizei in Burma hat eine Protestkundgebung gegen ein chinesisches Kupferbergwerk mit Gewalt beendet und dabei mindestens 20 Menschen verletzt. Die Sicherheitskräfte rückten am Donnerstagmorgen gegen hunderte Demonstranten vor, darunter nach Angaben von Augenzeugen 50 Mönche. Rund 200 Menschen hatten ein Ultimatum zum Räumen des Geländes am Latpadantaung-Bergwerk rund 800 Kilometer nordwestlich von der Hafenstadt Rangun verstreichen lassen.

Als die Polizei am frühen Morgen anrückte, schliefen die Demonstranten noch. Sie flohen nach Angaben eines Mönches in ein nahe gelegenes Kloster. Der Einsatz erfolgte wenige Stunden vor einem Besuch von Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi bei den Demonstranten.

Studenten, Bauern und Mönche wenden sich mit dem Protest gegen die Enteignung von Land für das geplante Kupferbergwerk. Ihren Angaben zufolge wurden 3200 Hektar Land ohne vorherige Befragung der Betroffenen und teils auch ohne Entschädigung enteignet. Zuletzt harrten rund 300 Demonstranten in dem Protestlager aus, obwohl das Innenministerium ihnen eine Frist bis Dienstag zum Verlassen des Ortes gesetzt hatte. Das Bergwerk wird gemeinsam von einer militäreigenen Firma und der chinesischen Firma Wanbao betrieben.

Seit der Ablösung der Militärjunta durch eine zivile Regierung im März 2010 wurden zahlreiche Reformen in Burma eingeleitet. Im vergangenen Jahr überraschte Präsident Thein Sein die Welt mit der Ankündigung, dass ein extrem unbeliebtes chinesisches Staudammprojekt fallen gelassen werde. Seit einigen Monaten sind auch offiziell Demonstrationen zugelassen, allerdings wurden am Mittwoch bei einem Protest gegen das Bergwerk in der Wirtschaftsmetropole Rangun acht Teilnehmer wegen Verunglimpfung des Staates festgenommen.

ffr/AFP/dpa



insgesamt 7 Beiträge
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blob123y 29.11.2012
1. Bedauerlicherweise
haben die das vor ein paar Monaten auch bei einer Jademine im Norden des Landes gemacht. Da kam ein reicher Chinese aus Yangon teilte ein paar Dollars an die tatsaechlichen Besitzer aus und sagte nun gehoerts mir. Die Militaers standen auch schon bereit und vertrieben die Leute umgehend. Die Chinesen werden schoen langsam zum Stoerfaktor denn die kennen keinen Anstand, die treibt nur die blanke Gier. Leute kommen auch seit etwa einen Jahrzehnt aus China herueber (im Kachin State) bestechen sich den Weg durch und faellen Unmengen Baeume, ganze Landstriche haben die schon gerodet nach dem Motto, hinter mir die Sintflood. Auch an der Nordwestgrenze zu Indien wo eine der letzten urspruenglichen Waldgebiete sind haben reiche und mit dem Militaer verbundene Chinesen aus Yangon schon vor 2 Jahren begonnen die Gegend abzuholzen usw. Seit die Abholzung in China verboten ist kommen die nach Myanmar herueber und hinterlassen kaputte Erde usw.
Ernesto_de_la_Vita 29.11.2012
2. waren denn wenigstens die Wasserwerfer
"Made in Germany". Skrupelosigkeit sollte zumindest einen Qualitätsanspruch besitzen. Macht die Sache dann doch gleich erträglicher und sinnvoll.
markus_wienken 29.11.2012
3. .
Zitat von blob123yhaben die das vor ein paar Monaten auch bei einer Jademine im Norden des Landes gemacht. Da kam ein reicher Chinese aus Yangon teilte ein paar Dollars an die tatsaechlichen Besitzer aus und sagte nun gehoerts mir. Die Militaers standen auch schon bereit und vertrieben die Leute umgehend. Die Chinesen werden schoen langsam zum Stoerfaktor denn die kennen keinen Anstand, die treibt nur die blanke Gier. Leute kommen auch seit etwa einen Jahrzehnt aus China herueber (im Kachin State) bestechen sich den Weg durch und faellen Unmengen Baeume, ganze Landstriche haben die schon gerodet nach dem Motto, hinter mir die Sintflood. Auch an der Nordwestgrenze zu Indien wo eine der letzten urspruenglichen Waldgebiete sind haben reiche und mit dem Militaer verbundene Chinesen aus Yangon schon vor 2 Jahren begonnen die Gegend abzuholzen usw. Seit die Abholzung in China verboten ist kommen die nach Myanmar herueber und hinterlassen kaputte Erde usw.
Wie wärs wenn Sie Ihren Unmut nicht gegen den Chinesen sondern gegen die betroffenen korrupten Regierungen richten würden?
kantundco 29.11.2012
4. Die Chinesen sind da nicht besser bei der Durchsetzung...
... ihrer "Ansprüche" als andere Kolonialmächte wie die USA etc. Die Schmutzarbeit dürfen immer die jeweiligen Regierungen, Diktaturen etc. übernehmen. Überall das Gleiche.
Sara Tempel 29.11.2012
5. In Deutschland läuft es nicht besser!
In Europa (Hafenanlage in Piräus, Weingüter in Frankreich usw.) kaufen die Rot-Chinesen ebenso wichtige Güter auf. In Deutschland sind es große Land- gebiete, wenn auch niemand direkt enteignet wird. - Alle Achtung vor den mutigen Protesten der Birmanen! Wir sollten uns an unsere eigene Nase fassen und unser korruptes System, welches zulässt, dass deutsches Volks-vermögen nicht nur privatisiert, sondern an fremde Mächte verkauft wird, ersetzen! Weitere Überlegungen dazu finden sich auf meiner Webseite (saratempel.de)
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