Polizeiaktion gegen Eta-Führung Terroristen-Paar festgenommen

Französischen Sicherheitsbehörden ist ein Schlag gegen die baskischen Eta-Terroristen gelungen. Bei einer Großrazzia in Südwestfrankreich ging den Fahndern der mutmaßliche Führer der Separatistenorganisation, Mikel Albisu Iriarte, mit seiner Lebensgefährtin ins Netz.


Phantom gefasst? Undatiertes Bild des mutmaßlichen Eta-Chefs Mikel Albisu
AFP

Phantom gefasst? Undatiertes Bild des mutmaßlichen Eta-Chefs Mikel Albisu

Bordeaux - Spanien und Frankreich melden einen bedeutenden Erfolg im Kampf gegen die baskische Untergrundorganisation Eta: Bei einer Großrazzia wurden mindestens 18 Personen festgenommen, unter ihnen zwei mutmaßliche Führer der Organisation.

Bei den in Frankreich verhafteten Eta-Führern handelt es sich nach Angaben der spanischen Behörden um Mikel Albisu Iriarte und Soledad Iparraguirre. Das Paar war seit 1993 auf der Flucht. Nach Polizeiangaben ist der 43-jährige Mikel Albisu Iriarte alias "Mikel Antza" seit zwölf Jahren die "Nummer eins" der Separatistenorganisation. Die Identität des Paares sei anhand der Fingerabdrücke überprüft worden. Albisu war im April bei einer Razzia knapp entkommen, bei der der Logistik-Chef der Eta, Feliz Ignacio Esparza, gefasst wurde.

An der heutigen Razzia waren 140 Einsatzkräfte der Antiterror-Brigaden und der Polizei beteiligt. Die Behörden hoben auch sieben Waffenlager aus, in denen Raketenwerfer, Sturmgewehre, Munition und Sprengstoff gefunden wurden. Der Aktion in Frankreich gingen vierjährige Ermittlungen voraus. Auch spanische Polizisten waren beteiligt. Die Eta kämpft seit den 60er Jahren für einen unabhängigen Staat im Baskenland. Dabei wurden mehr als 800 Menschen getötet.

In Südwestfrankreich wurden nach Polizeiangaben mindestens 15 weitere Mitglieder der Eta festgenommen. In der spanischen Stadt Burgos wurde ein Mann gefasst, der im September mehrere Bombenanschläge auf Stromleitungen verübt haben soll. Das Innenministerium in Madrid sprach von insgesamt 21 festgenommenen Personen. Für die Diskrepanz zu den französischen Zahlen gab es zunächst keine Erklärung.

Das mutmaßliche Terroristen-Paar ging der Polizei eher zufällig ins Netz. Die Razzia hatte vor allem der Aushebung von Waffenverstecken gegolten. Dem 43-jährigen Albisu wird keine direkte Beteiligung an Anschlägen zur Last gelegt. Allerdings soll er für die Anschläge der letzten Jahre mitverantwortlich sein. Seiner Lebensgefährtin Soledad Iparraguirre alias "Anboto" wird dagegen die Beteiligung an 14 Morden in der Zeit von 1984 bis 1993 zur Last gelegt.



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