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Proteste gegen Polizeigewalt: Ausschreitungen in Frankreich

Foto: REMY GABALDA/ AFP

Proteste gegen Polizeigewalt Ausschreitungen in Frankreich

In Frankreich eskaliert in diesen Tagen ein Streit um einen Staudamm. Erneut demonstrierten Hunderte gegen Polizeigewalt. Ein junger Demonstrant ist bereits tot.

Toulouse - Aus Demonstrationen gegen ein Staudammprojekt ist eine Debatte um Polizeigewalt in Frankreich geworden: In vielen Städten gingen mehrere hundert Menschen auf die Straße, es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei. In Nantes und Toulouse entzündeten sie Feuer und warfen Steine in Fenster. Fünf Menschen wurden verletzt, 34 verhaftet. Das berichtet die französische "Le Monde"  unter Berufung auf Innenminister Bernard Cazeneuve.

Die Situation eskalierte, als Demonstranten die Polizei mit Wurfgeschossen angriffen. Unter anderem soll es sich um mit Säure gefüllte Flaschen gehandelt haben. Die Polizei setzte Tränengas und Schlagstöcke ein. Die Proteste breiten sich über ganz Frankreich aus: Auch in Lille, Amiens, Bordeaux, Avignon, Montpellier, Dijon und Brest ou Saint-Brieuc demonstrierten Umweltschützer und Aktivisten.

Am vergangenen Wochenende war in Toulouse der 21 Jahre alte Biologiestudent Rémi Fraisse ums Leben gekommen, vermutlich durch eine Granate der Polizei. Darauf deuteten Verbrennungen hin, erklärte die ermittelnde Staatsanwaltschaft gegenüber der "Neuen Züricher Zeitung" (NZZ). Eine Sprecherin der Demonstranten bezeichnete den Toten gegenüber der (NZZ) als Märtyrer .

Die Proteste beschäftigen Frankreich schon länger. Hintergrund ist ein Staudamm-Projekt in Sivens im südwestlichen Frankreich. Die Arbeiten sind am Freitag vorläufig gestoppt worden, berichtet die "NZZ" . Man wolle warten, bis sich die Gemüter beruhigt hätten, hieß es vom Generalrat der Region. Zudem solle der Projektplan verbessert werden.

Auch das französische Umweltministerium hatte den Staudamm laut NZZ in einem Bericht als "überdimensioniert und zu kostspielig" kritisiert. die Finanzierung sei fragwürdig, der Nutzen beschränkt.

Ein Feuchtgebiet wird für den Staudamm zerstört; dagegen waren die Umweltschützer ursprünglich auf die Straße gegangen. Der Stausee soll später einmal die Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen erleichtern, vor allem um Maisfelder gehe es.

isa
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