Polizist getötet Eta-Anschlag im Baskenland

Bei der Explosion einer Autobombe sind am frühen Freitagmorgen in Hernani im spanischen Baskenland ein Polizist getötet und ein weiterer verletzt worden.


Die Polizisten hatten versucht, das Auto von der Straße zu schieben
DPA

Die Polizisten hatten versucht, das Auto von der Straße zu schieben

San Sebastian - Die baskische Regionalregierung machte die Untergrundorganisation Eta für den Terroranschlag verantwortlich. Der Sprengsatz detonierte, als die Beamten versuchten, ein Auto von der Straße zu schieben.

Eta-Anhänger hatten mit dem Wagen bei einer Demonstration die Fahrbahn blockiert. Die Ermittler gingen davon aus, dass den Polizisten damit gezielt eine Falle gestellt wurde. Hernani bei San Sebastian ist eine Hochburg der Eta-Sympathisanten.

Die zwei Beamten der autonomen baskischen Polizei "Ertzaintza" wurden nach dem Attentat in ein Krankenhaus gebracht. Dort erlag der 25-jährige Inaki Totorika seinen schweren Verletzungen. Die Detonation hatte ihm beide Beine weggerissen. Sein 36 Jahre alter Kollege wurde durch Metallsplitter leicht verletzt. Er könne schon bald entlassen werden, teilten die Ärzte mit.

Racheaktion der Terroristen-Schule?

Kurz nach dem Anschlag entdeckte die Polizei den 54-jährigen Besitzer des explodierten Fahrzeugs. Er war Stunden zuvor von zwei Maskierten überfallen und an den Zaun einer nahe gelegenen Schule gefesselt worden.

Nach Einschätzung der Ermittler war der Anschlag eine Racheaktion nach der Festnahme von 15 Führungsmitgliedern der Eta-nahen Jugendorganisation "Haika" am Dienstag. Bei der Großrazzia waren auch deren Büros in Hernani durchsucht worden. Ein "Haika"-Sprecher hatte nach dem Polizeieinsatz gewarnt: "Wir werden mit all unserer Wut reagieren." Die Jugendbewegung gilt als "Schule" künftiger Eta-Terroristen.

Bei Anschlägen der Eta sind seit der Aufkündigung ihrer 14-monatigen "Waffenruhe" im Dezember 1999 bereits 27 Menschen getötet worden, vier von ihnen in diesem Jahr.



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