Polnische Regierungspartei Führung tritt komplett zurück

Die komplette Parteispitze des Bündnisses der Demokratischen Linken in Polen ist am Samstag zurückgetreten. Der SLD-Ministerpräsident Marek Belka hatte sich vor zwei Wochen offen gegen seine Partei gestellt.


Warschau - Der SLD-Parteivorsitzende Jozef Oleksy sagte vor Journalisten in Warschau, er habe ebenso wie Generalsekretär Marek Dyduch, die beiden stellvertretenden Parteichefs und der Vorsitzende der SLD- Parlamentsfraktion dem Landesparteirat seinen Rücktritt erklärt. Bis zum Landesparteitag der SLD am kommenden Wochenende wollen Oleksy und seine Parteikollegen ihre Ämter kommissarisch weiter ausüben.

Die SLD ist nach einer Reihe von Affären und Skandalen seit Monaten in einer schweren Krise und verliert in Meinungsumfragen zusehends an Boden. Ministerpräsident Marek Belka vollzog vor zwei Wochen den offenen Bruch mit seiner Partei und unterstützt die neu gegründete gemäßigte Demokratische Partei. Seitdem sieht sich die SLD als "konstruktive Opposition" der polnischen Regierung. Am 25. September wird in Polen ein neues Parlament gewählt.

Nachdem Parlamentspräsident Wlodzimierz Cimoszewicz in der vergangenen Woche angekündigt hatte, er werde sich aus der aktiven Politik zurückziehen und nicht als Kandidat für die Wahl des Staatspräsidenten im Oktober zur Verfügung stehen, ist die SLD zudem auf der Suche nach einem aussichtsreichen Präsidentschaftskandidaten. Oleksy versuchte in den vergangenen Tagen, Verteidigungsminister Jerzy Szmajdzinski zu einer Kandidatur zu bewegen.



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