Polnischer Unabhängigkeitstag Fast hundert Deutsche bei Krawallen in Warschau festgenommen

Seit Jahren hatte es in Polen keine so heftigen Straßenschlachten gegeben: Dutzende Polizisten wurden bei Krawallen am polnischen Unabhängigkeitstag in Warschau verletzt. Hunderte Linksautonome wurden festgenommen - unter ihnen waren auch viele Deutsche.

Feuer im Ü-Wagen: Insgesamt 15 Fahrzeuge wurden beschädigt
REUTERS/ Agencja Gazeta

Feuer im Ü-Wagen: Insgesamt 15 Fahrzeuge wurden beschädigt


Warschau - Bei den schweren Krawallen am polnischen Unabhängigkeitstag sind am Freitag in Warschau auch 92 deutsche Linksautonome festgenommen worden. Das teilte ein Sprecher der Warschauer Polizei am Samstag in einer vorläufigen Bilanz mit. Insgesamt seien bei den Zusammenstößen von Polizei und rechtsnationalen Demonstranten sowie Teilnehmern einer linken Gegendemonstration, zu der auch zahlreiche Teilnehmer aus Deutschland angereist waren, 210 Menschen festgenommen worden.

Der Polizei war es gelungen, beide Gruppen auseinanderzuhalten. Damit wurden die Beamten allerdings zum Hauptziel der Attacken von militanten Demonstranten beider Seiten. Die warfen mit Flaschen und Pflastersteinen, die Polizisten setzten Tränengas und Wasserwerfer ein. 40 Beamte wurden verletzt, insgesamt 29 Verletzte mussten in Krankenhäusern behandelt werden. Zahlreiche Fahrzeuge wurden angezündet, unter anderem auch 14 Streifenwagen und ein Übertragungswagen des polnischen Fernsehens. Es waren die heftigsten Straßenschlachten in Polen seit Jahren.

Ministerpräsident Donald Tusk traf am Samstag mit der Einsatzleitung und Vertretern des Innen- und des Justizministeriums zusammen. Nach den Krawallen hatte Staatspräsident Bronislaw Komorowski angeregt, über eine Verschärfung des Demonstrationsrechts nachzudenken. Organisatoren müssten unter anderem für Schäden bei Ausschreitungen zur Verantwortung gezogen werden können.

sto/dpa/dapd



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