Polonium-Mord an Litwinenko Zeuge Kowtun will sich deutschen Behörden stellen

Wochenlang lag Dimitri Kowtun in einer Moskauer Klinik. Nun will der laut Scotland Yard wichtigste Zeuge im Mordfall Alexander Litwinenko nach Hamburg reisen und sich den deutschen Behörden stellen. Doch dafür verlangt er eine Gegenleistung.


Hamburg - Der frühere Geheimdienstler Kowtun stelle die Bedingung, freies Geleit zu bekommen und nicht an die britische Justiz ausgeliefert zu werden, berichtet das "Hamburger Abendblatt" (Mittwochausgabe). Das habe der 41-Jährige gegenüber seiner Ex-Frau Marina Wall bei einem Treffen in der russischen Hauptstadt im Beisein eines Hamburger Anwalts gesagt.

Wichtigster Zeuge im Mordfall Litwinenko: Ex-Geheimdienst-Mann Kowtun
AP

Wichtigster Zeuge im Mordfall Litwinenko: Ex-Geheimdienst-Mann Kowtun

Kowtun wurde bislang verdächtigt, das radioaktive Polonium 210 über Hamburg nach London gebracht zu haben, mit dem der russische Ex-Spion Litwinenko Anfang November ermordet worden war. Spuren des Giftes waren in der Wohnung seiner Ex-Frau in Hamburg und im Haus von Kowtuns ehemaliger Schwiegermutter in Schleswig-Holstein entdeckt worden.

Nach Informationen des "Hamburger Abendblatts" wird in der Hansestadt weiterhin gegen Kowtun wegen des unerlaubten Transports eines radioaktiven Stoffes und des Verdachts auf die Vorbereitung eines Strahlungsverbrechens ermittelt. Ein Sprecher von Scotland Yard bestätigte der Zeitung, dass auch in England gegen Kowtun im Zusammenhang mit dem Tod von Litwinenko ermittelt werde. Spuren des Giftes Polonium 210 waren in Kowtuns Körper nachgewiesen worden.

kai/dpa

Korrektur: Wir hatten zunächst berichtet, dass Polonium-Spuren auch in einer Maschine der Fluggesellschaft Germanwings gefunden worden seien. Diese Angabe bezog sich auf eine Agenturmeldung von dpa, die inzwischen korrigiert wurde. Es ist nicht richtig, dass in einer Germanwings-Maschine solche Spuren gefunden wurden.



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