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Protest in London: Der Facesitting-Sit-In

Foto: LEON NEAL/ AFP

Protest in London Stellungskrieg gegen Porno-Zensur

Weg mit den Fesseln, Schluss mit Facesitting: Die britische Regierung hat zehn Verbote für Online-Pornos made in UK erlassen. Das passt den Darstellern gar nicht - sie demonstrierten in eindeutigen Posen vor dem Parlament.

London - Britische Sexarbeiter haben gegen schärfere Regeln für Pornofilme protestiert. Das berichtet der "Guardian ". Vor dem Parlamentsgebäude posierten sie in eindeutigen Posen. Einige trugen Masken, andere hüllten sich in Bettlaken. Die Aktivisten hofften auf mehrere Hundert Teilnehmer, offizielle Zahlen sind bislang nicht bekannt.

Hintergrund sind neue Regeln für Pornofilme, die das Parlament erlassen hatte. Verboten sind bestimmte Stellungen in Online-Porno-Clips, die als Paid-Content im Netz stehen. Die Regeln hatten seit dem Jahr 2003 für Filme gegolten, die in Sex-Shops zu bekommen waren.

Auch die Wettbewerbsfähigkeit der britischen Pornoindustrie sei gefährdet, so die Kritiker. Nutzer könnten schließlich auf härtere Filme aus dem Ausland zurückgreifen. Kleinere Fetisch-Filmstudios seien von der Neuregelung besonders betroffen, berichtet "Vice ".

Die Demonstranten wenden sich vor allem gegen die Zensur. Organisatorin Charlotte Rose bezeichnete die neuen Regeln als "lächerlich" und als Bedrohung für die Ausdrucksfreiheit. Einige der nun verbotenen Stellungen könnten zwar als sexistisch ausgelegt werden. "Aber es geht nicht nur um Sexismus, es geht um Zensur", klagte Rose.

Verboten sind laut einer Liste des "Independent " unter anderem:

  • Demütigung
  • Schläge
  • Auf dem Gesicht sitzen
  • Fesseln
  • Aggressives Peitschen
  • Schläge mit Stöcken
  • Würgen
  • Pinkeln
  • Beleidigungen

Einer der Demonstranten bezeichnete die Regeln als sexistisch. Sie seien vor allem auf den sexuellen Genuss der Frauen ausgerichtet.

isa/jok