Stichwahl gewonnen Gitanas Nauseda wird neuer Präsident Litauens

Die Präsidentschaftswahl in Litauen ist entschieden: In der Stichwahl konnte sich der unabhängige Ökonom Gitanas Nauseda gegen seine Konkurrentin durchsetzen. Sie räumte bereits ihre Niederlage ein.

Gitanas Nauseda: Am 12. Juli wird er sein Amt als neuer Präsident Litauens antreten
Mindaugas Kulbis/ DPA

Gitanas Nauseda: Am 12. Juli wird er sein Amt als neuer Präsident Litauens antreten


In Litauen hat der 55-jährige Ökonom Gitanas Nauseda die zweite und entscheidende Runde der Präsidentenwahl gewonnen. Nach Auszählung von mehr als 80 Prozent aller Wahlbezirke kommt der unabhängige Politik-Neuling auf knapp 70 Prozent der abgegebenen Stimmen. Das teilte die staatliche Wahlkommission in Vilnius am späten Sonntagabend mit. Nauseda wird sein Amt am 12. Juli antreten.

Damit lag Nauseda in der Stichwahl um das höchste Staatsamt des baltischen EU- und Nato-Landes uneinholbar vor der ehemaligen Finanzministerin Ingrida Simonyte. Sie räumte im litauischen Fernsehen ihre Niederlage ein.

Amtsinhaberin Dalia Grybauskaite - die nach zwei fünfjährigen Amtszeiten nicht noch einmal antreten durfte - gratulierte Nauseda. In einer Mitteilung und auf Facebook wünschte sie ihrem Nachfolger "viel Kraft und Erfolg" bei der Erfüllung der Wählererwartungen.

Nausedas Ziel: "Mehr politischer Frieden"

Nauseda ist parteilos, gilt als moderat und hat sich in Litauen mit klaren Positionen zu Wirtschafts- und Finanzthemen einen Namen gemacht. Im Wahlkampf nannte der Wirtschaftswissenschaftler als Ziele den Aufbau eines "Wohlfahrtsstaats" und "mehr politischen Frieden".

Den ersten Wahlgang am 12. Mai mit insgesamt neun Kandidaten hatte die 44-jährige Simonyte mit 31,3 Prozent der Stimmen noch hauchdünn vor Nauseda mit 30,9 Prozent gewonnen. Die Wahlbeteiligung lag nach vorläufigen Angaben bei 53,4 Prozent.

In Litauen hat das Staatsoberhaupt vorwiegend repräsentative Aufgaben, im Vergleich zum deutschen Bundespräsidenten aber weitergehende Kompetenzen in der Außen- und Verteidigungspolitik: So vertrat Grybauskaite ihr Land beispielsweise regelmäßig bei EU-Gipfeln.

aar/dpa



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