Präsidentenwahl in Frankreich Sarkozy Favorit im Duell mit Royal

Der Konservative Nicolas Sarkozy und die Sozialistin Ségolène Royal werden am 6. Mai um die Nachfolge von Jacques Chirac kämpfen. Bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Frankreich lag der Ex-Innenminister vorn - und gilt auch als Favorit für die Stichwahl.


Paris- Sarkozy holte nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis 31,11 Prozent der Stimmen. Royal kam mit einem Stimmenanteil von 25,84 Prozent als zweite Kandidatin weiter. Rang drei belegte mit knapp 19 Prozent der Liberale François Bayrou, gefolgt vom Rechtsextremen Jean-Marie Le Pen mit gut 10 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag mit 84,6 Prozent sehr hoch.

Sarkozy schnitt noch besser ab als in den Hochrechnungen vorausgesagt. Darin war von 29 bis 30 Prozent für den Konservativen die Rede gewesen. Royal verhinderte mit ihrem Ergebnis ein neues Debakel für die Sozialisten, deren Kandidat Lionel Jospin bei der Präsidentschaftswahl 2002 in der ersten Runde ausgeschieden war. Der auf Ausgleich setzende Bayrou verfehlte mit 18,55 Prozent den Einzug in die Stichwahl. Schwere Verluste musste der Gründer des rechtsextremen Front national, Le Pen, hinnehmen. Während er 2002 in die Stichwahl eingezogen war, kam er dieses Mal lediglich auf 10,51 Prozent der Stimmen. Bei dem vorläufigen amtlichen Endergebnis wurden die Stimmen der im Ausland lebenden Franzosen noch nicht berücksichtigt.

Bei der Stichwahl am 6. Mai wird es für Sarkozy und Royal darauf ankommen, die Wähler zu mobilisieren, die in der ersten Runde nicht für sie stimmten. Laut einer zwei Stunden nach Schließung der Wahllokale veröffentlichten Umfrage des Instituts Ipsos-Dell dürften sich die beiden bei der zweiten Wahlrunde die Wählerstimmen von Bayrou teilen. Die Wähler von Le Pen würden demnach dagegen zu 75 Prozent an Sarkozy gehen. 14 Prozent derjenigen, die sicher wählen wollen, sagten noch nichts über ihre Wahlentscheidung. Insgesamt ergab die Telefonumfrage, dass Sarkozy seine Rivalin mit 54 zu 46 Prozent klar schlagen würde.

Royal erhielt nach der Wahl Unterstützung von fünf der zehn ausgeschiedenen Präsidenschaftskandidaten. Sie riefen ihre Wählerschaft dazu auf, bei der Stichwahl für die Sozialistin abzustimmen. Der Trotzkist Olivier Besancenot sagte, die Linke müsse alles tun, "damit dieser brutale Kandidat der Rechten, Nicolas Sarkozy", geschlagen werde. Unterstützeraufrufe kamen auch von Kommunistenchefin Marie-George Buffet, der Trotzkistin Arlette Laguiller, Bauernführer José Bové und der Grünen Dominique Voynet. Die Royal-Unterstützer kamen zusammen auf 10,28 Prozent der Stimmen. Le Pens Stellvertreterin und Tochter Marine kündigte an, die Wähler ihres 78 Jahre alten Vaters würden "sich an niemanden verkaufen".

Vor der Stichwahl werden Sarkozy und Royal sich im Fernsehen einen Schlagabtausch liefern. Der Konservative und die Sozialistin hätten sich nach Angaben ihres nahen Umfelds zu einem TV-Duell, voraussichtlich am 2. Mai, bereit erklärt, sagte der Moderator des französischen Senders TF1, Patrick Poivre d'Arvor, in einer Wahlsendung.

SPD-Chef Kurt Beck gratulierte Royal, der Kandidatin der französischen Schwesterpartei, zum Einzug in die Stichwahl. "Mit Leidenschaft und Engagement haben sie einen großartigen und modernen Wahlkampf organisiert."

als/AFP/Reuters

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