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18. April 2013, 14:21 Uhr

Präsidentenwahl in Italien

Marini scheitert im ersten Wahlgang

Im ersten Wahlgang hat es mit der Zweidrittelmehrheit nicht geklappt: Franco Marini braucht eine zweite Abstimmung, um Italiens neuer Präsident zu werden. Der 80-Jährige soll als Nachfolger von Giorgio Napolitano die Blockade nach der Parlamentswahl beenden.

Rom - Franco Marini braucht einen zweiten Anlauf: Der Ex-Gewerkschaftsführer und Senatspräsident verfehlte im ersten Wahlgang die erforderliche Zweidrittelmehrheit von 672 Stimmen, um neuer Präsident Italiens zu werden. Eine weitere Abstimmung soll im Laufe des Nachmittags stattfinden.

Der 80-Jährige will der zwölfte Staatschef in der Nachkriegszeit werden. In Italien wird der Präsident von einer Wahlversammlung aus insgesamt 1007 Mitgliedern des Abgeordnetenhauses und des Senats sowie Vertretern der Regionen bestimmt.

Die linksbürgerliche Demokratische Partei (PD) von Pier Luigi Bersani und die rechtskonservative Partei Volk der Freiheit (PdL) des ehemaligen Regierungschefs Silvio Berlusconi hatten sich am Mittwochabend auf die Wahl Marinis verständigt, der Nachfolger des im Mai aufhörenden Giorgio Napolitano werden soll. Bersani teilte anschließend mit, Marini sei "am ehesten in der Lage, Übereinstimmung zu erzielen". Auch Berlusconi lobte Marini als "positive und ernsthafte Person". Marini gehört dem christdemokratischen Flügel der PD an.

Doch die Kandidatur Marinis ist im linken Lager umstritten. Der 80-Jährige ist zwar wie Bersani Mitglied der PD, gehört aber zu deren christdemokratischem Flügel. Bersanis parteiinterner Widersacher Matteo Renzi lehnte Marini als "Kandidat aus dem vergangenen Jahrhundert" ab. Bei einer Probeabstimmung der 430 PD-Parlamentarier hatten 90 gegen Martini votiert. Die PD hat seit der Parlamentswahl zwar eine Mehrheit im Abgeordnetenhaus, jedoch nicht im Senat.

Der neue Staatschef steht vor einer schweren Aufgabe: Er soll nach der Blockade bei der Parlamentswahl Ende Februar für eine neue Regierung sorgen - oder Neuwahlen. Bersani war mit dem Versuch gescheitert, nach seinem Wahlsieg eine Koalition zu bilden.

als/dpa

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