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11. Mai 2011, 23:50 Uhr

Präsidentschaftskandidatur

Newt Gingrich will Obama herausfordern

Barack Obama hat seinen ersten offiziellen Herausforderer: Newt Gingrich will für die Republikaner bei der Präsidentenwahl 2012 antreten - und verkündete seine Absicht ganz zeitgemäß per Twitter.

Washington - "Heute kündige ich meine Kandidatur für das Präsidentenamt der Vereinigten Staaten an": Mit wenigen Worten auf Twitter hat Newt Gingrich den Wahlkampf um das Weiße Haus offiziell eröffnet. Der republikanische ehemalige Parlamentspräsident ist damit formell Herausforderer des Amtsinhabers Barack Obama, der bereits eine Kampagne für seine Wiederwahl begonnen hat. Gingrich sagte seinen Anhängern, sie sollten Mittwochabend (Ortszeit) den TV-Sender Fox anschalten, dort werde er über seine Kandidatur sprechen.

Bevor Gingrich zu einem direkten Duell mit Obama antreten kann, muss er die parteiinterne Vorauswahl für sich entscheiden. Es wird erwartet, dass andere Republikaner in den kommenden Wochen ebenfalls offiziell in den Vorwahlkampf der Republikaner einsteigen.

Vor Gingrich hatte bereits Mitt Romney als erstes politisches Schwergewicht der Republikaner die Weichen für eine Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl 2012 gestellt. Der ehemalige Gouverneur des Bundesstaats Massachusetts gründete ein Komitee, das die Chancen seiner Bewerbung ausloten soll - verkündete aber noch nicht abschließend, ob er tatsächlich antreten werde.

Auch der ehemalige Gouverneur von Minnesota, Tim Pawlenty, lässt seine Chancen für eine Kandidatur ausloten. Ihm werden aber nur geringe Chancen eingeräumt. Als weitere mögliche Kandidaten gelten unter anderen der Ex-Gouverneur von Arkansas, Mike Huckabee, sowie zwei Frauen von der erzkonservativen Tea-Party-Bewegung, Sarah Palin und Michele Bachmann.

Gingrich steht für polarisierende Politik

Gingrich hatte in den vergangenen Monaten bereits Andeutungen gemacht, die auf seine Ambitionen schließen ließen. Zudem war eine Web-Seite online gegangen: NewtExplore2012.com. Dort präsentierte er sich nebst Gattin Callista mit der Ankündigung: "Wir freuen uns darauf herauszufinden, ob es genügend Unterstützung für meine potentielle Kandidatur als Präsident dieses außergewöhnlichen Landes gibt." Inzwischen heißt die Seite nur noch "newt.org".

Der 67-Jährige war von 1995 bis 1999 Präsident des Abgeordnetenhauses in Washington. Damals galt er als einer der ärgsten Widersacher des damaligen demokratischen Präsidenten Bill Clinton.

Für viele Amerikaner steht Gingrich nach wie vor für wenig rühmliche Kapitel der Washingtoner Politik, wegen seiner Beteiligung am Amtsenthebungsverfahren gegen Clinton etwa und an der extrem polarisierenden Politik der Republikaner damals. Außerdem hängen dem selbsternannten Moralapostel etliche Frauengeschichten nach, darunter zwei Scheidungen und Affären mit jüngeren Damen. Nach seinem Rückzug aus Washington hatte Gingrich versucht, als Autor, Aktivist, TV-Kommentator und Thesenpapst zu reüssieren.

ulz/dpa/AP

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