Präsidentschaftswahl in Frankreich Le Pen ruft zum Stimmboykott auf

Absage an Sarkozy: Der Rechtsradikale Jean-Marie Le Pen forderte heute seine Anhänger auf, sich bei der Stichwahl am Sonntag "massiv zu enthalten". Sowohl der konservative Sarkozy, als auch die Sozialistin Royal hätten die Bürger im Wahlkampf getäuscht.


Hamburg/Paris – "Le Pen, Präsident", skandierten die Anhänger der fremdenfeindlichen Partei Front National (FN) heute, als sie von der Statue der französischen Nationalheiligen Johanna von Orléans auf dem Platz Saint-Augustin an den Opern-Platz zogen.

78-jähriger FN-Chef Le Pen: Aufruf zum Wahlboykott
AP

78-jähriger FN-Chef Le Pen: Aufruf zum Wahlboykott

Dort rief FN-Chef Jean-Marie Le Pen zum Wahlboykott bei der Präsidentenstichwahl am kommenden Sonntag auf. Der konservative UMP-Chef Nicolas Sarkozy habe viele Bürger mit seiner "Illusionsnummer" getäuscht, erklärte Le Pen in seiner Rede. Beide "Kandidaten des Systems" hätten mit "ihrer gewaltigen Medienmacht erneut die Wähler in die Irre geführt".

Späte Revanche

Le Pen rief seine Wähler "ausdrücklich auf, sich massiv der Stimme zu enthalten", um "bei der Parlamentswahl im Juni Revanche zu nehmen." Rund 3000 Anhänger hatten sich in Paris zu Le Pens traditioneller Kundgebung am 1. Mai versammelt.

Le Pen war im ersten Wahlgang zum Präsidentenamt am 22. April mit 10,44 Prozent ausgeschieden. 3,8 Millionen Franzosen hatten ihm ihre Stimme gegeben - eine Million weniger als 2002, als er überraschend in die Stichwahl gegen Amtsinhaber Jacques Chirac eingezogen war. Umfragen zufolge wollen etwa 60 Prozent der Le-Pen-Wähler am kommenden Sonntag für Sarkozy stimmen. Nur etwa 20 Prozent wollen die Kandidatin der Sozialisten, Ségolène Royal, unterstützen.

jkr/dpa/AFP



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