Präsidentschaftswahl in Iran Ex-Staatsoberhaupt Chatami will erneut antreten

Er galt während seiner Präsidentschaft als Reformer - nun will Mohammed Chatami erneut iranisches Staatsoberhaupt werden. Er kündigte in Teheran an, bei den Wahlen im Juni gegen Amtsinhaber Ahmadinedschad anzutreten.

Teheran - Klare Ansage: Irans Ex-Präsident Mohammed Chatami tritt gegen Präsident Mahmud Ahmadinedschad an. "Hiermit kündige ich an, dass ich ernsthaft als Kandidat bei der Wahl antrete", sagte Chatami bei einem Auftritt in Teheran.

Chatami, Präsident von 1997 bis 2005, wird zu den iranischen Reformern gezählt. Seine Amtszeit wird als Phase der Entspannung zum Westen und insbesondere den USA gesehen. Allerdings konnte sich Chatami nur sehr bedingt gegen die konservativen Kräfte in Iran durchsetzen. Der momentane Präsident Ahmadinedschad gilt demgegenüber selbst eher als Hardliner.

"Wir sollen Acht geben, freie und legitime Wahlen und eine hohe Wahlbeteiligung zu haben", sagte Chatami in Teheran. Der 65-Jährige ist neben dem moderaten Geistlichen Mehdi Karrubi bisher der einzige Herausforderer von Amtsinhaber Ahmadinedschad.

Der Westen wirft Iran vor, ein Programm zur Entwicklung atomarer Waffen zu verfolgen. Die Beziehungen zum Westen haben sich in Ahmadinedschads Amtszeit deutlich verschlechtert. Teheran wird außerdem vorgehalten, fundamentalistische Terroristen im Nahen Osten zu unterstützen, ebenso militante Rebellen im Irak.

flo/Reuters
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