Pressefreiheit Polizei verbrennt Ausgabe des "Standards"

Über Wochen hatte die kenianische Tageszeitung "The Standard" über mögliche Korruptionsfälle in der Regierung berichtet. Nun stürmte die Polizei die Presseräume und setzte nahezu die komplette Ausgabe in Brand.

Nairobi - Die Polizisten gingen in der vergangenen Nacht in Zivil gegen die älteste Zeitung Kenias vor. "Sie haben mehrere Mitarbeiter festgenommen und zur Polizeiwache gebracht", sagte Tom Mogusa, ein Reporter der Zeitung.

Zudem wurde der Fernsehsender KTN, der zur selben Gruppe - der zweitgrößten des Landes - gehört, an der Ausstrahlung seines Programms gehindert. Der kenianische Regierungssprecher war bisher für einen Kommentar über die Vorgänge nicht zu erreichen.

"Wir haben keine Ahnung, warum wir überfallen wurden", sagte Mogusa. "Wir sind völlig schockiert, so etwas ist selbst unter der Diktatur des früheren Präsidenten Daniel arap Moi nicht vorgekommen."

Seit drei Tagen sind außerdem drei Journalisten des "Standards" inhaftiert. Die Regierung wirft ihnen vor, über ein geheimes Treffen von Präsident Mwai Kibaki mit dem früheren Umweltminister und jetzigen Opponenten Kalonzo Musyoka berichtet zu haben, das nach Regierungsangaben nie stattfand.

asc/dpa/AP