Pro-Demokratie-Rede Laura Bush missioniert in Jordanien

Präsidentengattin Laura Bush hat bei einem Auftritt in Jordanien für die Politik ihres Mannes geworben: Vor Politikern und Wirtschaftsvertretern sagte sie, im Nahen und Mittleren Osten breche ein "Frühjahr der Hoffnung" an.


Süd-Schuneh - Bush sprach auf einer Regionalkonferenz des Weltwirtschaftsforums im jordanischen Süd-Schuneh. Sie verwies auf die Wahlen in Afghanistan, im Irak und den palästinensischen Gebieten. Auch die Entscheidung des kuwaitischen Parlaments, das Frauenwahlrecht einzuführen, habe sie sehr gefreut. "Die Welt ist Zeuge einer neuen Ära, in der Männer und Frauen weltweit immer mehr Freiheiten erlangen."

Bush im Konferenzzentrum am Toten Meer: "Immer mehr Freiheiten"
AP

Bush im Konferenzzentrum am Toten Meer: "Immer mehr Freiheiten"

An der dreitägigen Konferenz, die vom Weltwirtschaftsforum mit Sitz in Genf organisiert wurde, nehmen neben Wirtschaftsführern auch zahlreiche Politiker zum Teil seit Jahrzehnten verfeindeter Staaten teil. Zur Sprache kommen soll auch das Verhältnis der USA zu dem Muslimen der Region und die Folgen der Politik von US-Präsident Bush.

Zur Eröffnung der Konferenz hatte der jordanische König Abdullah II. am Freitag die Staatenführer der Region aufgerufen, die "Gelegenheit für Reformen" zu ergreifen. Niemals habe es eine größere Chance für Fortschritte gegeben. "Nie zuvor herrschte so große Einigkeit, dass wir die Zukunft in unseren Händen halten." Allerdings könne die Freiheit nicht von außen oktroyiert werden, wie die USA dies anstrebten. "Es ist Aufgabe des gesamten Mittleren Ostens, seinen eigenen positiven Wandel zu schaffen."

Dieses Mal immerhin kein Skandal

Abdullah verwies auf jüngste positive Entwicklungen im Verhältnis zwischen Israelis und Palästinensern und ein Abkommen zwischen Jordanien, Israel und den Palästinensern über ein Wasserprojekt am Toten Meer. "Wir müssen sicherstellen, dass dieses und andere praktische Projekte vom Zeichentisch umgesetzt werden. Und wir müssen alles versuchen, um Frieden in die Region zu bringen."

Die Konferenz im vergangenen Jahr wurde überschattet vom Folterskandal im US-geführten Gefängnis Abu Ghraib bei Bagdad. Angesichts der Wahl im Irak sowie der bevorstehenden im Libanon, des syrischen Rückzugs aus dem Libanon sowie der Wahl des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas, der zu Gesprächen mit Israel bereit ist, findet das Treffen in diesem Jahr unter günstigeren Vorzeichen statt.



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