Protest gegen China Junger Tibeter stirbt durch Selbstverbrennung

Es ist bereits der dritte Fall in wenigen Tagen: Wieder hat sich ein junger Tibeter aus Protest gegen die chinesische Herrschaft über das tibetische Volk selbst angezündet und umgebracht.


Peking - Erst rief er regierungsfeindliche Slogans, dann übergoss er sich mit Benzin und zündete sich an. Zum dritten Mal binnen drei Tagen hat sich im Südwesten Chinas ein Mensch aus Protest gegen die chinesische Tibet-Politik selbst verbrannt. In der Präfektur Aba in der Provinz Sichuan setzte sich nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten ein 18-jähriger Tibeter nahe einem Regierungsbüro in Brand. Der junge Mann sei noch vor Ort seinen Verletzungen erlegen, erklärten die Organisationen Free Tibet und International Campaign for Tibet am Montagabend.

Erst am Sonntag war eine vierfache Mutter in Aba gestorben, nachdem sie sich in Brand gesetzt hatte. Einen Tag zuvor hatte ein junges Mädchen sich selbst angezündet. Innerhalb eines Jahres haben sich damit bereits mehr als 20 Tibeter aus Protest selbst angezündet, darunter zahlreiche buddhistische Mönche. China hatte in den vergangenen Monaten die Sicherheitsvorkehrungen in Tibet und anderen von Tibetern bewohnten Provinzen verschärft, nachdem es dort Proteste gegeben hatte.

"Die dritte Selbstverbrennung in drei Tagen unterstreicht, dass die Tibeter mit ihren Protesten nicht aufhören werden, solange ihren Rufen nach Frieden nicht nachgekommen wird", sagte die Direktorin der in London ansässigen Organisation Free Tibet, Stephanie Brigden. "Die internationale Gemeinschaft muss sofort etwas tun."

China hat Tibet 1951 besetzt und kontrolliert die autonome Region sowie die anliegenden Provinzen mit harter Hand. Die Tibeter klagen seit Jahrzehnten über soziale und religiöse Diskriminierung. Ihr geistliches Oberhaupt, der Dalai Lama, wirft der chinesischen Regierung "kulturellen Völkermord" vor. Peking seinerseits beschuldigt ihn, nach der Loslösung Tibets von China zu streben.

Am 10. März begehen die Tibeter den Jahrestag der Flucht ihres religiösen Oberhauptes, des Dalai Lama, 1959 ins indische Exil. Vor vier Jahren brachen an dem Jahrestag in Tibet schwere Unruhen gegen die chinesische Herrschaft aus.

ler/AFP/dpa



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