Protest gegen Rentenreform Straßenschlachten in Paris

Streiks, Demonstrationen, Sturm der Pariser Oper - in Frankreich kocht die Volksseele wegen einer geplanten Rentenreform. Um das Parlament zu schützen, setzte die Polizei Wasserwerfer und Tränengas gegen Protestierer ein.

Paris - Massive Streiks und große Demonstrationen geben dem Unmut vieler Franzosen über die Rentenreform Ausdruck. Vor dem Parlament setzte die für die Bewachung des Gebäudes zuständige Polizei Wasserwerfer und Tränengas gegen rund hundert rebellierende Demonstranten ein.

Am späten Dienstagabend drangen rund 350 Menschen in die Pariser Oper im Zentrum der Stadt ein. Sie störten die Aufführung von Mozarts "Cosi fan tutte" so sehr, dass die Veranstaltung unterbrochen werden musste. Die Polizei teilte mit, rund 60 Menschen seien festgenommen worden.

Kampf gegen die Rentenreform

Kampf gegen die Rentenreform

Foto: DPA
Tumulte vor der église de la madeleine

Tumulte vor der église de la madeleine

Foto: AP
Verfolgungsjagd auf dem Place de la Concorde

Verfolgungsjagd auf dem Place de la Concorde

Foto: AP


Klicken Sie auf ein Bild, um zur Großansicht zu gelangen

Die von der konservativen Regierung geplante Reform sieht vor, die Einzahldauer für die Bediensteten des Öffentlichen Dienstes in die Rentenkassen von 37,5 Jahre auf 40 Jahre zu verlängern. Bereits in den vergangenen Tagen war es im Öffentlichen Dienst zu Streiks gekommen. Der Nahverkehr wurde teilweise stillgelegt. Streikenden Lehrern ist es gelungen, dass in Schulen nicht mehr unterrichtet wurde. Viele Schüler sind verunsichert, denn sie wollen von Donnerstag an ihre Abiturprüfungen ablegen.

Premierminister Jean-Pierre Raffarin macht sein politisches Überleben von der Verabschiedung des umstrittenen Reformgesetzes abhängig. Bisher haben weder Streiks noch die Opposition, die rund 8500 Änderungsanträge eingebracht hat, zu Veränderungen im Reformprojekt geführt.