Proteste gegen Assad Syrische Soldaten erschießen Kinder

Tausende Menschen haben in Syriens Oppositionshochburgen gegen das Regime Assad protestiert. Das Militär antwortete mit der gewohnten Härte: Mindestens sechs Demonstranten wurden erschossen, darunter zwei Kinder.

Anti-Assad-Demonstration in der Stadt Amude: "Streik der Würde"
REUTERS

Anti-Assad-Demonstration in der Stadt Amude: "Streik der Würde"


Damaskus - Die Proteste standen unter dem Motto "Streik der Würde". In den syrischen Städten Homs, Deir al-Sor und in Vorstädten von Damaskus gingen auch am Freitag wieder tausende Demonstranten auf die Straße. Die Revolutionsbewegung rief zu einem Generalstreik auf, der am Sonntag beginnen soll.

Doch das Militär stoppte die Aktion mit der Brutalität der vergangenen Monate. Mindestens sechs Menschen wurden nach Angaben des Syrischen Observatoriums für Menschenrechte erschossen. Unter den Opfern sind demnach auch zwei Kinder: In der Oppositionshochburg Homs wurden zwei zehn und zwölf Jahre alte Jungen in der Nähe von Kontrollposten der Armee getötet.

Aus dem Umland von Damaskus wurden auch Gefechte zwischen der Armee und Deserteuren gemeldet. Am Donnerstag sollen 20 Zivilisten und zwei Deserteure getötet worden sein, darunter ein Oberstleutnant.

Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete, in der Stadt Daraa sei eine Frau bei einem Angriff von "Terroristen" ums Leben gekommen. Fünf Angehörige der Sicherheitskräfte hätten durch die Attacke Verletzungen erlitten.

Nach Uno-Angaben sind bei der Niederschlagung der Proteste gegen Diktator Baschar al-Assad bislang mindestens 4000 Menschen ums Leben gekommen.

Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu warnte das syrische Regime am Freitag vor weiterer Gewalt gegen die Opposition. Wenn sich die Einsätze gegen Regimegegner zur Bedrohung für die regionale Sicherheit entwickelten, werde die Türkei nicht tatenlos zuschauen, kündigte der Minister vor Journalisten in Ankara an. Wenn eine Regierung ihr eigenes Volk bekämpfe und vertreibe und damit die eigene Sicherheit und die der Türkei gefährde, habe Ankara die Verantwortung und die Macht zu sagen: "Nun ist aber genug."

als/dapd/dpa

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