Proteste gegen Deutschland Ruandas Präsidentenvertraute an Frankreich ausgeliefert

Trotz der massiven Proteste in der Heimat: Die wegen Mordverdachts in Deutschland festgenommene Protokollchefin des ruandischen Präsidenten Paul Kagame ist an Frankreich ausgeliefert worden.


Paris/Kigali- Die ruandische Präsidentenmitarbeiterin Rose Kabuye traf am Mittwochnachmittag mit einer Maschine aus Frankfurt am Main in Paris ein. Polizisten begleiteten sie. Sie werde nun rasch einem Untersuchungsrichter vorgeführt, hieß es.

Rose Kabuye: An Frankreich ausgeliefert
AFP

Rose Kabuye: An Frankreich ausgeliefert

Kabuye steht im Verdacht, am Mord an Ruandas früherem Präsidenten Juvénal Habyarimana beteiligt gewesen zu sein. Dieser war 1994 beim Abschuss seines Flugzeuges ums Leben gekommen. Das Attentat war Auslöser für den Völkermord in der ehemaligen deutschen Kolonie.

Gegen die 47-Jährige lag ein internationaler Haftbefehl vor. Kabuyes Festnahme hatte für eine erhebliche Belastung der Beziehungen zwischen Deutschland und Ruanda gesorgt. Das ostafrikanische Land wies den deutschen Botschafter aus.

Die französische Regierung lehnte es erneut ab, sich zu dem Fall zu äußern. Frankreich bemühe sich seit Juni 2007, die von Ruanda einseitig beendeten diplomatischen Beziehungen wiederherzustellen, teilte das Außenministerium in Paris mit.

In der ruandischen Hauptstadt Kigali demonstrierten Zehntausende Menschen gegen Deutschland und Frankreich und versammelten sich vor der deutschen Botschaft und dem Sitz der Deutschen Welle. Sie hielten dabei Spruchbänder und Plakate mit Aufschriften wie "Wir verurteilten Frankreich und Deutschland" und "Befreit unsere liebe Rose".

als/dpa/AFP



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