Unruhen in Tuzla Mehr als hundert Verletzte bei Protesten in Bosnien

Tausende Bosnier haben gegen ihre Regierung demonstriert. In der Stadt Tuzla schlug die Kundgebung in Gewalt um. Mehr als 130 Menschen wurden bei Zusammenstößen verletzt. Auslöser der Proteste sind die schlechte Wirtschaftslage und die hohe Arbeitslosigkeit.
Unruhen in Tuzla: Mehr als hundert Verletzte bei Protesten in Bosnien

Unruhen in Tuzla: Mehr als hundert Verletzte bei Protesten in Bosnien

Foto: AP/dpa

Sarajevo/Hamburg - In Bosnien-Herzegowina wächst die Unzufriedenheit mit der Regierung. Bei landesweiten Protesten gegen die Führung in Sarajevo sind in der Nacht zum Freitag mehr als 130 Menschen verletzt worden.

Allein in der Stadt Tuzla im Nordosten des Landes gingen Tausende Menschen auf die Straßen. Am späten Donnerstag schlug die Kundgebung in Gewalt um. Randalierer schlugen Fensterscheiben ein, setzten Mülltonnen in Brand und griffen die Polizisten mit Steinen und Leuchtgeschossen an, wie die Behörden mitteilten. Die Polizei trieb die Menge schließlich mit Tränengas auseinander. 104 Polizisten und 30 Demonstranten wurden verletzt.

Ein Fünftel der Bosnier lebt in Armut

Die Proteste begannen am Mittwoch. Auslöser sind die schlechte Wirtschaftslage und die hohe Arbeitslosigkeit. Mit offiziell 27,5 Prozent ist die Arbeitslosenquote in Bosnien-Herzegowina die höchste auf dem Balkan. Nach amtlichen Angaben lebt ein Fünftel der 3,8 Millionen Bosnier in Armut. Ein durchschnittlicher Monatslohn in dem Balkanland liegt bei 420 Euro.

Tuzla war in den vergangenen Jahren besonders schwer von Fabrikschließungen betroffen. Die Proteste sollen am Freitag in Tuzla sowie in der Hauptstadt Sarajevo und anderen Orten fortgesetzt werden.

syd/Reuters/AFP
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