Proteste in der Ukraine Klitschkos Weihnachtsmenü für Demonstranten

Das orthodoxe Weihnachtsfest bringt die Proteste in Kiew beinahe zum Stillstand. Die Opposition versucht nun, mit Aktionen Hunderttausende zum Unabhängigkeitsplatz zu locken - denn Vitali Klitschko plant in dieser Woche einen landesweiten Generalstreik.

Vitali Klitschko: "Moralische Unterstützung für die Opposition ist nicht genug"
DPA

Vitali Klitschko: "Moralische Unterstützung für die Opposition ist nicht genug"


Kiew - Die Feiertage in der Ukraine drohen die Demonstrationen am Unabhängigkeitsplatz in Kiew lahmzulegen. Waren im Dezember noch Hundertausende zu den Protestmärschen erschienen, blieben die großen Demonstrationszüge in den vergangenen Tagen aus. Nur noch etwa zehntausend Menschen versammelten sich am Wochenende im Kiewer Stadtzentrum, um gegen die Regierung von Präsident Wiktor Janukowitsch zu protestieren.

Damit das orthodoxe Weihnachtsfest, das traditionell am 7. Januar stattfindet, die Protestbewegung nicht schwächt, versucht die Opposition seit Tagen mit allen Mitteln, Demonstranten in das Stadtzentrum zu locken.

  • Freiwillige kochen für die Demonstranten ein ausgiebiges Weihnachtsmenü, das zwölf typisch ukrainische Gerichte aus allen Landesteilen umfasst, wie die ukrainische Zeitung "Kyiv Post" berichtete.
  • Ein Gottesdienst und ein Weihnachtskonzert sind für den Nachmittag geplant."Wir erwarten einige Hunderttausend Menschen, die gemeinsam wie eine große Familie Weihnachten am Maidan feiern", erklärte ein Oppositionspolitiker der Nachrichtenagentur "Interfax".
  • Zum Jahreswechsel initiierte Ruslana, die einstige Gewinnerin des Eurovision Song Contests und Ikone der Orangenen Revolution, einen Weltrekordversuch: Mehr als 200.000 Demonstranten sollten am Unabhängigkeitsplatz die ukrainische Nationalhymne anstimmen.

  • Krippenspiele, gemeinsames Keksebacken und Sportturniere sollen für Stimmung sorgen.

Bei einer Kundgebung kündigte Vitali Klitschko, Anführer der Oppositionspartei "Udar", schon den nächsten Schlag gegen die Regierung an: Nach den Feiertagen will der Ex-Boxweltmeister zu einem landesweiten Generalstreik aufrufen. Gerade deshalb sei es wichtig, dass die Demonstrationen wieder zu ihrer alten Stärke anwachsen. "Moralische Unterstützung für die Opposition allein ist nicht genug", so Klitschko.

Ende November hatte Janukowitsch auf Druck Russlands Verhandlungen über ein Handelsabkommen mit der EU gestoppt - und damit die Proteste ausgelöst. Mitte Dezember bekam Kiew von Russlands Präsident Wladimir Putin massive Finanzhilfen zugesichert, unter anderem günstigere Gaslieferungen und Investitionen von knapp elf Milliarden Euro in ukrainische Staatsanleihen.

cth/dpa



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Seite 1
matz-bam 07.01.2014
1. berufsplanung
Zitat von sysopDPADas orthodoxe Weihnachtsfest bringt die Proteste in Kiew beinahe zum Stillstand. Die Opposition versucht nun, mit Aktionen Hunderttausende zum Unabhängigkeitsplatz zu locken - denn Vitali Klitschko plant in dieser Woche einen landesweiten Generalstreik. Proteste in der Ukraine: Klitschkos Weihnachtsmenü für Demonstranten - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/proteste-in-der-ukraine-klitschkos-weihnachtsmenue-fuer-demonstranten-a-941989.html)
es ist doch immer wieder schön, wie intensiv manche an der zweiten karriere basten, wenn die erste sich ihrem ende zuneigt.schade, dass man andere da mit hineinzieht, aber jeder ist sich halt selbst der nächste.
hanjohöricht 07.01.2014
2. *
Was soll das werden? Ein Event kann schlecht eine ernst gemeinte politische Demonstration sein oder? Mit einem Budget von 100 000 Euro und einem Kinderkarussell bekomme ich auch eine "Demo" mit 10 000 Leuten gegen Schwarz/Rot hin.
curti 07.01.2014
3. Hochmut kommt.....
Zitat von sysopDPADas orthodoxe Weihnachtsfest bringt die Proteste in Kiew beinahe zum Stillstand. Die Opposition versucht nun, mit Aktionen Hunderttausende zum Unabhängigkeitsplatz zu locken - denn Vitali Klitschko plant in dieser Woche einen landesweiten Generalstreik. Proteste in der Ukraine: Klitschkos Weihnachtsmenü für Demonstranten - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/proteste-in-der-ukraine-klitschkos-weihnachtsmenue-fuer-demonstranten-a-941989.html)
.....bekanntlich vor dem Fall und das Klitschko in all seinen "Bemühungen" zu hoch gepokert hat, dürfte vielmehr Anlaß sein jetzt auch noch einen Generalstreik anzuzetteln. Sein Fall dürfte ihn politisch wieder unkenntlich machen, auch wenn hiesige Medien noch so sehr beflissen sein werden seine Niederlage und damit auch die seiner Hintermänner anders zu umschreiben. K.O. für Klitschko!
Blutworscht 07.01.2014
4. "Generalstreik"
Zitat von sysopDPADas orthodoxe Weihnachtsfest bringt die Proteste in Kiew beinahe zum Stillstand. Die Opposition versucht nun, mit Aktionen Hunderttausende zum Unabhängigkeitsplatz zu locken - denn Vitali Klitschko plant in dieser Woche einen landesweiten Generalstreik. Proteste in der Ukraine: Klitschkos Weihnachtsmenü für Demonstranten - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/proteste-in-der-ukraine-klitschkos-weihnachtsmenue-fuer-demonstranten-a-941989.html)
Ein Generalstreik wurde von der Opposition schon 2004[1] und jüngst vor einem Monat[2] ausgerufen, geklappt hat er beides mal nicht, was auch nicht verwunderlich ist, da von großen Teilen der Bevölkerung diese Protestbewegung nicht unterstützt wird. [1] Machtkampf in der Ukraine: Nach der Volksfeststimmung macht sich Angst breit - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/jahreschronik/a-331774.html) [2] Ukraine: Bündnis um Klitschko stellt Misstrauensvotum - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-buendnis-um-klitschko-stellt-misstrauensvotum-a-936882.html) Es wird also auch dieses mal keinen Generalstreik geben.
sysiphus-neu 07.01.2014
5. Game over
Als ehemaleiger Profisportler sollte Klitschko eigentlich wissen, wann man einen Kampf verloren hat. Sein Neuaufguss der Orangenen "Revolution" hat desmal nicht funktioniert - warum sollte eine demokratisch gewählte Regierung auch vor den Befindlichkeiten einer radikalen Minderheit einknicken? Da sehen sich die Regierungen Spaniens, Griechenlands oder Rumäniens weitaus umfassenderen Massenprotesten ausgesetzt - ohne einen Gedanken an Rücktritt zu verschwenden. Überhaupt ist wohl keine zweite europäische Hauptstadt denkbar, die mit so viel Langmut die Blockade öffentlicher Plätze, die Besetzung öffentlicher Gebäude und die Gewalt gegen Ordnungskräfte hinnehmen würde. Sollte sich die Kiewer Polizei eines Tages z.B. Beraterkollegen aus Hamburg einladen, dann geht es aber richtig rund am Maidan...Wenn Klitschko seine noch junge Politikerkarriere nicht vorzeitig verschleißen will, dann sollte er diese nicht gewinnbare Posse beenden, saubere Oppositionsarbeit im Parlament leisten und auf die nächste Wahlen hinarbeiten. Wenn sein Anliegen tatsächlich so populär im Land ist wie er vorgibt, dann steht seinem Wahlsieg ja nichts entgegen. Anderenfalls haben seine Herren und Meister von der Adenauer-Stiftung sicher neue Aufgaben für ihn. Wie wäre es als Fitnesscoach für die Junge Union?
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