Proteste in Hongkong Polizei nimmt Aktivisten Joshua Wong fest

Erst im Juni war der international bekannte Aktivist Joshua Wong aus der Haft entlassen worden, nun hat ihn die Polizei in Hongkong erneut festgenommen. Auch zwei weitere Bürgerrechtler nahmen die Beamten mit.

Aktivist Joshua Wong war schon mehrmals inhaftiert. Nun hat ihn die Polizei wieder festgenommen
Jorge Silva/REUTERS

Aktivist Joshua Wong war schon mehrmals inhaftiert. Nun hat ihn die Polizei wieder festgenommen


Er gilt als einer der führenden Köpfe der Demokratiebewegung in Hongkong: Joshua Wong. Wegen seiner Rolle in der "Regenschirm"-Bewegung 2014 hatte der 22-jährige ehemalige Studentenführer zuletzt eine zweimonatige Haftstrafe absitzen müssen. Im Juni war er wegen guter Führung dann vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen worden. Nun könnte er wieder dorthin zurückmüssen.

Kurz nach dem Verbot einer neuen Massendemonstration in Hongkong sind er und zwei weitere prominente Aktivisten der Protestbewegung in der chinesischen Sonderverwaltungszone festgenommen worden. Wong sei am Freitagmorgen (Ortszeit) auf dem Weg zu einer U-Bahn-Station gewesen, als ihn die Polizei festnahm und auf eine Polizeiwache brachte, teilte seine regierungskritische Partei Demosisto mit. Auch seine Mitstreiterin Agnes Chow wurde demnach festgenommen, allerdings an einem anderen Ort.

Bereits am Donnerstagabend war einem Medienbericht zufolge der Anführer der verbotenen Unabhängigkeitspartei Hong Kong National Party, Andy Chan, am internationalen Flughafen der Millionenmetropole festgenommen worden, von wo aus er nach Japan fliegen wollte. Laut der Nachrichtenseite "Hong Kong Free Press" wird ihm Teilnahme an Krawallen und ein tätlicher Angriff auf einen Polizisten vorgeworfen.

Seit dem 9. Juni kommt es in der Finanzmetropole immer wieder zu Protesten. Sie dauern schon jetzt länger an, als die Demonstrationswelle vor fünf Jahren. Damals hatten Demonstranten um Bürgerrechtler Wong über Wochen Teile der ehemaligen britischen Kronkolonie lahmgelegt.

Die Demonstrationen in diesem Sommer enden immer wieder mit Zusammenstößen zwischen einem kleinen Teil der Demonstranten und der Polizei. Die Protestbewegung befürchtet steigenden Einfluss der chinesischen Regierung auf Hongkong. Die Demonstranten fordern außerdem eine unabhängige Untersuchung der Polizeigewalt bei den Protesten. Erst am Mittwoch waren deshalb wieder Tausende Menschen auf die Straße gegangen.

Video über Joshua Wong: "Auch ich könnte nach China ausgeliefert werden"

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Einen für Samstag geplanten Massenprotest hat Hongkongs Polizei verboten. Ein entsprechender Antrag der Organisatoren des Protestbündnisses Civil Human Rights Front wurde laut der Hongkonger Zeitung "South China Morning Post" abgelehnt. Die Gruppe, die in den vergangenen Wochen mehrfach über eine Million Menschen auf die Straße gebracht hatte, wollte am Samstag ursprünglich eine Kundgebung und einen Marsch zum Verbindungsbüro der chinesischen Regierung abhalten.

Demonstrationsverbote hat es während der Proteste immer wieder gegeben. Viele Protestler gingen dennoch auf die Straße. Berichten zufolge wurden nun erstmals ein Marsch und eine Versammlung gemeinsam untersagt. Die Polizei begründete ihre Entscheidung demnach damit, dass neue Ausschreitungen befürchtet wurden.

mfh/dpa



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