Proteste in Kiew Timoschenko ruft Sicherheitskräfte zu Aufstand auf

In Kiew stehen sich Demonstranten und Polizisten unversöhnlich gegenüber. Jetzt meldet sich die inhaftierte Ex-Premierministerin Julija Timoschenko zu Wort. Sie ruft die Sicherheitskräfte auf, die Seiten zu wechseln und die Regierungsgegner zu unterstützen.

Inhaftierte Ex-Premierministerin Timoschenko: "Ukrainer, Kinder unseres Landes, hört auf mit dem Töten!"
DPA

Inhaftierte Ex-Premierministerin Timoschenko: "Ukrainer, Kinder unseres Landes, hört auf mit dem Töten!"


Kiew - Nachdem die Straßenschlachten in der ukrainischen Hauptstadt am Mittwoch eskaliert sind, ruft die Oppositionspolitikerin und inhaftierte Ex-Premierministerin Julija Timoschenko in einem offenen Brief auf der Seite ihrer Partei Batkiwschtschina die Sicherheitskräfte zu einem Aufstand auf.

"An den Händen Janukowitschs klebt das Blut der ukrainischen Helden", schreibt Timoschenko. Deshalb fordert die 53-Jährige die Polizisten und Sicherheitskräfte auf, auf die Seite der Demonstranten zu wechseln. "Ukrainer, Kinder unseres Landes, hört auf mit dem Töten! Wir haben keine Wahl mehr! Die Frage ist einfach: Entweder für sie oder für eine freie Ukraine! Ich fordere daher alle auf, aus den Reihen der Mörder für Janukowitsch zurückzutreten und auf die Seite der Ukraine zu wechseln!"

Außerdem forderte die ehemalige Regierungschefin das Ausland auf, gegen das brutale Vorgehen der Regierung einzugreifen: "Jede Minute, die wir verlieren, wird mit ukrainischem Blut bezahlt!"

Am Mittwoch waren nach Angaben von Ärzten bei den gewaltsamen Demonstrationen mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen und 300 weitere verletzt worden.

Timoschenko sitzt seit 2011 in einem Gefängnis in Charkow, rund 450 Kilometer östlich von Kiew, eine Haftstrafe wegen Amtsmissbrauch ab. Mehrmals drohte die Oppositionspolitikerin mit Hungerstreik, um gegen die Regierung von Präsident Wiktor Janukowitsch zu protestieren. Oppositionsvertreter trafen sich am Nachmittag, um mit dem Staatschef zu verhandeln. Darunter waren auch Arsenij Jazenjuk, Fraktionschef der Timoschenko-Partei "Batkiwschtschina" und Vitali Klitschko.

Janukowitsch sprach danach von einer "ersten Etappe". Jazenjuk bestätigte, dass am Donnerstag die Gespräche weitergeführt würden. "Unsere Position ist, dass Janukowitsch eine außerordentliche Sitzung des Parlaments einberufen soll", sagte der Fraktionschef der Timoschenko-Partei nach dem Treffen vor dem Präsidialamt.

cth

insgesamt 4 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
skynet77 22.01.2014
1. Zu dieser
hinterhältigen Frau habe ich keine Worte mehr.Sie ist selbst dermaßen korrupt,bestielt und bereichert sich an ihrem eigenen Land und appelliert an die Sicherheitsbeamten,das sie in einen Aufstand gehen sollen.Unglaublich.Diese Frau schreckt vor nichts zurück.Bei der habe ich einfach keine Worte mehr.
eximpressionist 23.01.2014
2. @skynet
Wie kommen Sie zu dieser absolut unselbständigen und kritiklosen Übernahme der Propaganda des Ukrainischen Regimes? Timoschenko ist wohl keine Heilige, jedoch ist sie genauso inhaftiert wie unzählige andere Abweichler dieses Regimes. Ob in China, oder im Iran. Demokratie kommt nicht von selbst, das musste schon immer erkämpft werden. Von Menschen, die wohlweislich nicht alle perfekt waren. Aber auf der richtigen Seite!
Bloomberg 23.01.2014
3.
Zitat von sysopDPAIn Kiew stehen sich Demonstranten und Polizisten unversöhnlich gegenüber. Jetzt meldet sich die inhaftierte Ex-Premierministerin Julija Timoschenko zu Wort. Sie ruft die Sicherheitskräfte auf, die Seiten zu wechseln und die Regierungsgegner zu unterstützen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/proteste-in-kiew-timoschenko-ruft-sicherheitskraefte-zu-aufstand-auf-a-945020.html
Aus der Artikel: " .. Julija Timoschenko .. Außerdem forderte die ehemalige Regierungschefin das Ausland auf, gegen das brutale Vorgehen der Regierung einzugreifen" Ich fasse es wirklich nicht, dass Baroso/EU es in Erwägung gezogen hat, gegen Ukraine mit Sanktionen und Strafmaßnahmen jetzt vorzugehen. Und die Timoschenko ruft dazu noch der "Ausland" auf, einfach der Europäische Menschenrechtskonvention Artikel 2/2/c glatt zu ignorieren, welche außerdem auch noch von der Ukraine 1997 unterschrieben worden. Nach der "c" -und nach der ukrainische Verfassung hat der Staat der Recht "unbestraft", ohne dabei die Abkommen zu verletzen , auch mit Gewaltanwendung eine Aufstand welche gegen der legitime Staatsordnung sich richtet "niederzuschlagen".
luigi_lucheni 23.01.2014
4. Gulag?
Zitat von eximpressionistWie kommen Sie zu dieser absolut unselbständigen und kritiklosen Übernahme der Propaganda des Ukrainischen Regimes? Timoschenko ist wohl keine Heilige, jedoch ist sie genauso inhaftiert wie unzählige andere Abweichler dieses Regimes. Ob in China, oder im Iran. Demokratie kommt nicht von selbst, das musste schon immer erkämpft werden. Von Menschen, die wohlweislich nicht alle perfekt waren. Aber auf der richtigen Seite!
Das müssen ja furchtbare Haftbedingungen sein, wenn Timoschenko ohne weiteres die "Sicherheitskräfte zu[m] Aufstand" aufrufen kann.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.