Proteste in Spanien Juan Carlos fordert Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit

Lange schwieg er, doch jetzt hat sich Spaniens König erstmals zu den massiven Protesten in seinem Land geäußert. Juan Carlos rief die gesamte Gesellschaft zu einem Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit auf.
Juan Carlos: Der König appelliert an die spanische Gesellschaft

Juan Carlos: Der König appelliert an die spanische Gesellschaft

Foto: ? Stringer Spain / Reuters/ REUTERS

Madrid - Juan Carlos schaltet sich in die Massenproteste der spanischen Jugend ein. Der König forderte vor Unternehmern am Montag eine Anstrengung der gesamten Gesellschaft im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit.

"Es ist nicht nur notwendig, die Effektivität, die Modernisierung und die Ausbildung in den Betrieben zu verbessern, sondern auch dringend, die Beschäftigung der Jugend zu fördern", sagte der Monarch auf der Jahrestagung eines Unternehmerverbands. Deshalb bedürfe es einer gemeinsamen Anstrengung der staatlichen Institutionen, der wirtschaftlichen und sozialen Akteure und der gesamten Gesellschaft.

Juan Carlos äußerte sich damit zum ersten Mal seit Beginn der Jugendproteste in Spanien. Seit Anfang vergangener Woche versammeln sich jeden Abend Tausende meist junge Demonstranten im Zentrum von Madrid, um gegen die "politische Klasse" und deren Umgang mit der Wirtschaftskrise zu protestieren.

Auch in den anderen Großstädten des Landes kam es zu ähnlichen Kundgebungen. Die Demonstranten protestieren gegen die extrem hohe Arbeitslosigkeit: Im ersten Trimester des Jahres waren mehr als 21 Prozent der Spanier ohne Job, fast die Hälfte der Menschen unter 25 Jahren hatte keine Arbeit.

als/dpa/AFP
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