Proteste in Südwestchina Chinesische Sicherheitskräfte erschießen Tibeter

Die chinesische Regierung hat Proteste in den Tibeter-Gebieten in Südwestchina erneut brutal niedergeschlagen. Sicherheitskräfte sollen unvermittelt auf Demonstranten geschossen haben. Ein 20-Jähriger starb, mehrere Menschen wurden verletzt.

Mahnwache tibetischer Mönche: Proteste gegen das gewaltsame Vorgehen Chinas
AP

Mahnwache tibetischer Mönche: Proteste gegen das gewaltsame Vorgehen Chinas


Peking - Zum dritten Mal in dieser Woche haben chinesische Sicherheitskräfte in Südwestchina mindestens einen Tibeter erschossen. Bei Protesten gegen die Inhaftierung eines Demonstranten feuerten Polizisten plötzlich in die Menschenmenge, berichtet der US-Sender Radio Free Asia (RFA) am Freitag unter Berufung auf exiltibetische Quellen.

Ein 20 Jahre alter Student wurde dabei getötet, mehrere Menschen erlitten zum Teil schwere Verletzungen. Seit Montag sind damit nach exiltibetischen Angaben sieben Tibeter getötet und rund 60 verletzt worden. Chinesische Behörden haben bisher nur zwei Tote bestätigt.

Die Proteste seien am Donnerstag in Dzitoe Barma in der Präfektur Aba (Provinz Sichuan) ausgebrochen, als die Polizei einen Tibeter festnehmen wollte, der auf Flugblättern Freiheit für Tibet und die Rückkehr des Dalai Lamas gefordert hatte. Um die Polizei daran zu hindern, den Mann mitzunehmen, hatte sich eine Menschenmenge nach Angaben von "Radio Free China" um das Haus des Tibeters versammelt. Unter ihnen sollen auch tibetische Mönche und Nonnen gewesen sein.

Plötzlich habe die Polizei in die Menge geschossen, berichtete "Radio Free Asia" weiter. Wie viele Menschen verletzt wurden, war zunächst nicht klar. Mehr als 10.000 Tibeter aus Nachbarorten seien zuvor nach Dzitoe Barma gekommen, hieß es weiter. Die Situation sei sehr angespannt.

Chinas Regierung hat die Sicherheitsmaßnahmen verschärft und Verstärkung in die Region entsandt. Erst im Anfang Januar hatten sich mehrere tibetische Mönche aus Protest gegen die chinesische Regierung selbst angezündet.

Menschenrechtsgruppen übten scharfe Kritik an dem gewaltsamen Einsatz gegen demonstrierende Tibeter. "China muss die tiefer liegenden Ursachen der Proteste angehen - die wachsende Repression und das Scheitern der offiziellen Politik", sagte die Direktorin der Organisation Human Rights in China, Sharon Hom, in einer Mitteilung. Die chinesischen Behörden forderte sie auf, ausländischen Journalisten zu erlauben, in die Gebiete zu reisen.

vks/dpa/AP



insgesamt 11 Beiträge
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Seite 1
vhe 27.01.2012
1.
---Zitat von Artikel--- Mehr als 10.000 Tibeter aus Nachbarorten seien zuvor nach Dzitoe Barma gekommen, hieß es weiter. Die Situation sei sehr angespannt. ---Zitatende--- Die sind aber nicht alle nur deshalb dahin, weil einer angekuendigt hatte, ein paar Zettel zu kleben, oder? SPON, es waere nett gewesen, wenn ihr noch ein bisschen Hintergrund recherchiert haettet (z.B. ob die Lage angespannter als sonst war und warum), anstelle nur die Meldung eines Ami-Propagandasenders abzuschreiben.
tinosaurus 27.01.2012
2. bemerkenswert
Es ist schon echt bemerkenswert, wie zurückhaltend man mit Kritik an China ist. Wirtschaftliche Interessen haben hier wohl absoluten Vorrang. Auch einige Selbstverbrennungen scheinen hier keinen ernsthaft zu beeindrucken. Egal ob Menschenrechte oder üble Belastung und Zerstörung der Umwelt, keiner will es sich mit China verderben. Dabei gab es schon vor vielen Jahren Warnungen vor der "gelben Gefahr".
Centurio X 27.01.2012
3. Neben den wirtschaftlichen Interessen...
Zitat von tinosaurusEs ist schon echt bemerkenswert, wie zurückhaltend man mit Kritik an China ist. Wirtschaftliche Interessen haben hier wohl absoluten Vorrang. Auch einige Selbstverbrennungen scheinen hier keinen ernsthaft zu beeindrucken. Egal ob Menschenrechte oder üble Belastung und Zerstörung der Umwelt, keiner will es sich mit China verderben. Dabei gab es schon vor vielen Jahren Warnungen vor der "gelben Gefahr".
...ist es im besonderen die Zeitgeist-Mode, die Kritik an China nur in homöopathischen Dosen zulässt. Dafür ist es nach wie vor modern, die USA massiv zu kritisieren. Wenn Obama einen Furz lässt, so gibt es innerhalb von Sekunden schlimm anklagende Kommentare von einer seltsam anmutenden Koalition bestehend aus Links- und Rechtsaußen.
gnoib 27.01.2012
4. Alles gute kommt aus China
Zitat von Centurio X...ist es im besonderen die Zeitgeist-Mode, die Kritik an China nur in homöopathischen Dosen zulässt. Dafür ist es nach wie vor modern, die USA massiv zu kritisieren. Wenn Obama einen Furz lässt, so gibt es innerhalb von Sekunden schlimm anklagende Kommentare von einer seltsam anmutenden Koalition bestehend aus Links- und Rechtsaußen.
Das muss man doch verstehen, das Reich der Mitte, der Segen der Menschheit, die tun nichts boeses, nie und nimmer und haben aus reiner Notwehr getoetet. Dagegen schickt die bitter boese USA Killerkomandos, Moerder los um arme Fischer in Somalie mutwillig und kaltbluetig zu ermorden um Geiseln zu befreien.
Reqonquista 27.01.2012
5. Eine Schande für China uns sein ansehen!
Zitat von sysopDie chinesische Regierung*hat*Proteste in den Tibeter-Gebieten in Südwestchina erneut brutal niedergeschlagen. Sicherheitskräfte sollen*unvermittelt auf Demonstranten geschossen haben.*Ein 20-Jähriger starb, mehrere Menschen wurden verletzt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,811799,00.html
So sieht Minderheitenschutz in TIBET aus. Am Beispiel von Tibet kann man sich auch ansehen, wie Pazifisten enden! Die Welt sollte aufschreien und China mit Sanktionen alla Iran bedenken. Warum protestiert niemand von Linken od. den Grünen? Eine Schande für China uns sein ansehen!
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