Proteste in Syrien Assads Truppen feuern auf Trauergemeinde

Die syrischen Sicherheitskräfte haben nach Angaben von Aktivisten erneut das Feuer auf einen Zug von Trauernden eröffnet. Dabei sind offenbar mehrere Menschen ums Leben gekommen. Die Menschen wollten in Homs Demonstranten zu Grabe tragen, die bei Protesten am Vortag getötet worden waren.

Trauerzug in Homs am 21. Mai (laut Aktivisten, kann nicht unabhängig überprüft werden)
AP

Trauerzug in Homs am 21. Mai (laut Aktivisten, kann nicht unabhängig überprüft werden)


Beirut - Nach neuerlichen Massenprotesten gegen das syrische Regime mit 44 Toten haben Sicherheitskräfte nach Angaben von Aktivisten das Feuer auf einen Trauerzug eröffnet und mindestens drei Menschen erschossen. In anderen Angaben war von mindestens fünf Toten und Dutzenden Verletzten die Rede. Zehntausende wollten demnach am Samstag in der Stadt Homs acht am Vortag getötete Demonstranten zu Grabe tragen. Die Zahl der Todesopfer seit Beginn der Proteste gegen die Regierung von Präsident Baschar Assad ist Menschenrechtlern zufolge inzwischen auf mindestens 900 gestiegen.

Allein bei landesweiten Demonstrationen am Freitag wurden nach jüngsten Angaben 44 Demonstranten getötet. Die meisten Opfer habe es in der nördlichen Provinz Idlib und in der zentralen Region Homs gegeben, teilte die Nationale Organisation für Menschenrechte in Syrien mit. Die Überprüfung solcher Angaben ist allerdings praktisch unmöglich, weil das syrische Regime keine ausländischen Journalisten im Land arbeiten lässt.

Tausende Syrer hatten am Freitag dem harten Vorgehen der Regierung gegen Demonstranten getrotzt und waren auf die Straßen gezogen. Die Behörden reagierten Aktivisten zufolge mit scharfer Munition. Die amtliche syrische Nachrichtenagentur Sana machte für die Gewalt "bewaffnete Gruppen" verantwortlich.

Das Innenministerium genehmigte nach Angaben von Aktivisten überraschend eine Mahnwache für die zahllosen Menschen, die seit Beginn des Aufstandes gegen Assad im März getötet wurden. Das Gedenken soll demnach am Montag in der Hauptstadt Damaskus stattfinden. Komitees von Regierungsgegnern riefen am Samstag dazu auf, die Mahnwache als Sitzstreik "bis zum Sturz des Regimes" zu nutzen. Der private Rundfunksender Scham berichtete, den Aktivisten sei eine zweistündige Veranstaltung erlaubt worden.

Aus Sicherheitskreisen im Libanon verlautete, an der Grenze hätten tausende syrische Soldaten Stellung bezogen, um die Flucht syrischer Staatsbürger zu verhindern. Damit könnten Syrer die Grenze nur noch an offiziellen Grenzübergängen passieren und nicht mehr illegal in den Libanon gelangen, sagte der Gewährsmann. Etwa 10.000 Syrer sind demnach seit einem Militäreinsatz in der westlichen Stadt Talkalach vergangene Woche in den benachbarten Libanon geflohen.

ffr/dapd/AFP/dpa



insgesamt 18 Beiträge
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Seite 1
meisterraro 21.05.2011
1. Hier ein Blick von der anderen Seite
Weil die Berichterstattung in BRD einseitig gegen Assad geführt wird (von allen Medien) hier ein Blick von der anderen Seite auf die Vorgänge in Syrien: http://www.presstv.com/detail/180967.html Die Wahrheit wird wohl dazwischen liegen und gemischt sein. Trotzdem sollte die einseitige Propaganda, denn anders kann man das nicht bezeichnen, endlich objektiver werden. Die Journalisten hier scheinen Assad aus dem Amt schreiben zu wollen. Und die Politik ist nicht besser!
warzenmeissel 21.05.2011
2. Der
Zitat von meisterraroWeil die Berichterstattung in BRD einseitig gegen Assad geführt wird (von allen Medien) hier ein Blick von der anderen Seite auf die Vorgänge in Syrien: http://www.presstv.com/detail/180967.html Die Wahrheit wird wohl dazwischen liegen und gemischt sein. Trotzdem sollte die einseitige Propaganda, denn anders kann man das nicht bezeichnen, endlich objektiver werden. Die Journalisten hier scheinen Assad aus dem Amt schreiben zu wollen. Und die Politik ist nicht besser!
Artikel ist typische, durchsichtige, austauschbare und total übliche Machthaberpropaganda
paulibahn 21.05.2011
3. danke
Zitat von meisterraroWeil die Berichterstattung in BRD einseitig gegen Assad geführt wird (von allen Medien) hier ein Blick von der anderen Seite auf die Vorgänge in Syrien: http://www.presstv.com/detail/180967.html Die Wahrheit wird wohl dazwischen liegen und gemischt sein. Trotzdem sollte die einseitige Propaganda, denn anders kann man das nicht bezeichnen, endlich objektiver werden. Die Journalisten hier scheinen Assad aus dem Amt schreiben zu wollen. Und die Politik ist nicht besser!
danke für das zitieren dieser quelle. sie wissen aber, das presstv das offizielle progandainstrument irans ist.
george_moris 21.05.2011
4. Moechten Sie die Wahrheit wissen?
Ruf an alle Leute zu sehen, was macht President Baschar Alassad mit seiner Bevoelkerung. Bitte sehen Sie "Die Ruf an Frau Merkel" auf die folgende Link, da steht Etwas von die Wahrheit. http://www.youtube.com/watch?v=fDdFzDnAiUo Es tut mir Leid, aber so macht President Alassad.
nachdenklich1 22.05.2011
5. Sehr erfolgreich
Zitat von meisterraroWeil die Berichterstattung in BRD einseitig gegen Assad geführt wird (von allen Medien) hier ein Blick von der anderen Seite auf die Vorgänge in Syrien: http://www.presstv.com/detail/180967.html Die Wahrheit wird wohl dazwischen liegen und gemischt sein. Trotzdem sollte die einseitige Propaganda, denn anders kann man das nicht bezeichnen, endlich objektiver werden. Die Journalisten hier scheinen Assad aus dem Amt schreiben zu wollen. Und die Politik ist nicht besser!
Ja, die Methode ist bewährt und sehr erfolgreich. 1. Solche Meldungen werden nicht mehr journalistisch hinterfragt."Assad lässt auf Trauergemeinde schießen." Was würden wir sagen wenn die Todesfälle in der Trauergemeinde in Afghanistan im Iran so kommentiert werden: Deutsche Bundeskanzlerin ..... 2. Es wird nicht neutral geschrieben: Todesfälle bei Demonstration, die Umstände werden noch untersucht.. Sondern: Alles ist klar: Assad hat pesönlich Schießbefehl gegen lammfromme Demonstranten gegeben... 3. durch stetigen Tropfen wird dann aus dem Wunschschwiegesohn der Vergangenheit der Inbegriff des Bösen=Assad, der sein Volk abschlachtet... Hatten wir diese Jahr schon einmal.. 4. Dann ist es nicht mehr weit den Rufen zu folgen, da müssen wir doch etwas tun.. Eine Allianz der Willigen ist dann auch schnell zur Stelle. Hier geht es nicht um Öl. Hier geht darum den Iran zu schwächen....Wer kooperiert der kann sich dann wieder alles leisten.....Bahrein, Jemen, Saudi- Arabien, Ägypten....
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