Proteste in Venezuela Dutzende Soldaten nach Kritik an Militärführung festgenommen

85 Mitglieder des venezolanischen Militärs sind festgenommen worden. Sie sollen das Vorgehen der Armee gegen Demonstranten kritisiert haben. Seit Wochen kommt es bei Protesten gegen Staatschef Maduro zu blutigen Ausschreitungen.

Proteste in Caracas
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Proteste in Caracas


Die venezolanische Regierung von Präsident Nicolás Maduro greift gegen Kritiker aus dem Militär durch. Nach Angaben der Opposition sind 85 Offiziere der Streitkräfte festgenommen worden. Sie sollen das Vorgehen der Militärführung angesichts der massiven Proteste im Land angeprangert haben. "Ich bin informiert worden, dass es noch mehr Festnahmen gibt, die meisten im Heer, vor allem junge Offiziere", sagte einer der Führer der Opposition, Henrique Capriles.

Capriles betonte, er habe die Information direkt aus dem Militär erhalten, mit der Bitte, sie öffentlich zu machen. "In den Streitkräften gibt es Unzufriedenheit", sagte er. Das sei noch nicht die Mehrheit, man müsse erreichen, dass sich auch die Spitze vom sozialistischen Präsidenten Maduro abwendet. Von offizieller Seite wurden seine Angaben nicht bestätigt.

Seit Anfang April sind bei Ausschreitungen in dem lateinamerikanischen Land mindestens 37 Menschen getötet und mehr als 700 weitere verletzt worden. Vor wenigen Tagen fuhr ein Panzerwagen der Nationalgarde in eine Gruppe Demonstrierender. Ein Mann wurde dabei schwer verletzt.

Dennoch reißen die Proteste gegen Präsident Maduro nicht ab. Bei den Venezolanern herrscht große Wut über die schwere Wirtschaftskrise, die zu dramatischen Versorgungsengpässen geführt hat.

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Venezuela: Proteste gegen Präsident Maduro eskalieren

Das Militär ist ein weiterer Schlüsselfaktor in dem Konflikt. Maduro hatte gezielt versucht, seine Macht dort auszubauen, etwa durch finanzielle Zuwendungen oder Ministerposten. Militärchef Vladimir Padrino López bekräftigte vor Kurzen die "bedingungslose Loyalität" des Militärs gegenüber Maduro.

Venezuela war trotz der größten Ölreserven der Welt unter seiner Amtsführungin die schlimmste Versorgungskrise seiner Geschichte geraten, der Präsident führt das auf den zeitweise stark gefallenen Ölpreis zurück.

vks/dpa/AFP/Reuters

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abc-xyz 06.05.2017
1. Freiheit für Venezuela
Das Maduro Regime ist auf dem besten Weg dem Assad Regime zu folgen. Alle Anhaltspunkte finden sich wieder und zeigen, wie verbrecherisch diese beiden Regime sind. Es darf nicht zugelassen werden, dass wieder ein Diktator erfolgreich sein Volk abschlachtet. Freiheit für Venezuela JETZT!
ronald1952 06.05.2017
2. Dieser Irrre
wird noch einen Bürgerkrig anzetteln, jklares aus für diesen Präsidenten. Aber von Reue oder Rücktritt keine Spur, der Typische kleine Diktator. schönen Tag noch,
dieter 4711 06.05.2017
3. Armes Venezuela
Venezuela entwickelt sich langsam zu einer Diktatur. Armes Venezuela.
RalfHenrichs 06.05.2017
4. Zu kritisieren sind beide Seiten
Auch die Opposition trägt Schuld an den Toten. Oder keiner als die Toten selbst (z.B. werden auch Tote gezählt, die geplündert haben). Und dass Soldaten die Führung öffentlich kritisieren, geht auch in Deutschland nicht. Aktuell bekommt man es ja gerade mit, dass Soldaten, die von der Leyen kritisieren, dies nur annonymisiert tun. Sie würden hier wohl nicht gerade ins Gefängnis kommen, aber sicherlich berufliche Nachteile erleiden. Insofern ist diese Reaktion Maduros verständlich. Es ist meistens falsch, wenn man einer Seite allein die Schuld gibt, wenn einer solchen Situation kommt.
ernstmoritzarndt 06.05.2017
5. Aufschrei der Vereinigten Linken?
Wo bleibt der Aufschrei der vereinigten Linken gegen die Mordtaten in Venezuela? Wo blieb der Aufschrei der vereinigten Linksextremisten gegen das Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking? Wir müssen die totale Blindheit der linken Szene auf dem linken Auge feststellen. Eingeschlossen die Evangelische Kirche. Man stelle sich vor, anlässlich einer Demonstration in Paris oder London, aber auch in Hamburg, ein einziger Linksextremist sei von Panzerketten zermalmt worden - wir hätten von dem Protestgeschrei inzwischen alle Hörschäden. Venezuela, Peking - Fehlanzeige! Menschenrechtsverletzungen in Kuba - alles nicht so schlimm! Aber wenn in Israel ein mit Messern auf Juden losgehender Araber erschossen wird - dann sind unsere Medien, insbesondere die linker Couleur, voll davon. Wo bleibt der Aufschrei des Sozialdemokraten - Messias Schulz gegen die Morde in Venezuela? Fehlanzeige! Das läßt sich an Peinlichkeit alles kaum überbieten!
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