Putin Die Uno muss handeln - nicht die USA

Die Zahl derer, die gegen den sich abzeichnenden US-Unilateralismus Front machen, wächst. Russlands Präsident Wladimir Putin fordert nun, der Kampf gegen den internationalen Terrorismus müsse von der Uno organisiert werden.


Die Einigkeit zwischen dem russischen Präsidenten Putin und dem amerikanischen Präsidenten Bush scheint zu schwinden
REUTERS

Die Einigkeit zwischen dem russischen Präsidenten Putin und dem amerikanischen Präsidenten Bush scheint zu schwinden

Moskau - Auf dem Weg zu einer "neuen globalen Verfassung, befreit von den Stereotypen des Kalten Kriegs und von den Ängsten realer Bedrohungen" müssten alle Kräfte gegen die realen Gefahren vereint werden, sagte Putin am Freitag bei einem Treffen mit dem kanadischen Premier Jean Chrétien in Moskau.

Zugleich forderte Putin von der internationalen Gemeinschaft eine Abstimmung bei den Maßnahmen gegen den Terrorismus. "Dies sollte aber auch geschehen mit Blick auf die Staaten, die jetzt auf der Liste so genannter Ausgestoßener stehen", sagte Putin mit Hinweis auf die von US-Präsident George W. Bush geächteten Länder der "Achse des Bösen". "Wir können gewisse Differenzen mit den Regierungen dieser Staaten haben, aber dies ist kein Grund, diese Differenzen auch auf die Völker dieser Staaten zu übertragen."

In Moskau bereitete sich unterdessen nach Informationen der Agentur Interfax eine Expertengruppe der russischen Regierung zum Abflug nach Kuba vor. Sie sollen auf dem US-Stützpunkt Guantanamo auf Kuba die Personalien von zwei russischen Staatsbürgern überprüfen, die sich unter den dort inhaftierten Taliban-Kämpfern aus Afghanistan befinden.



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