Putin-Seitenhieb auf USA "Wir wollen keine Supermacht sein"

Wladimir Putin gibt sich in seiner Rede an die Nation bescheiden. Russland wolle keine Supermacht sein, die anderen Ländern Vorschriften macht - ein Seitenhieb auf die USA. Zur Krise in der Ukraine bleibt er wortkarg.

Präsident Putin: "Russland will keine Supermacht sein"
AFP

Präsident Putin: "Russland will keine Supermacht sein"


Moskau - Russland strebt nach den Worten seines Präsidenten Wladimir Putin nicht die Rolle einer weltweiten Supermacht an. "Wir beabsichtigen nicht, als Supermacht angesehen zu werden, also als globaler oder regionaler Hegemon", sagte Putin am Donnerstag in seiner jährlichen Rede zur Lage der Nation. Russland wolle "niemanden belehren, wie er zu leben hat". Eine nur mäßig verschleierte Anspielung auf die USA.

Der Präsident blieb in seiner einstündigen Rede in der Außenpolitik allerdings vage. Putin sprach sich für eine baldige Lösung der Probleme in der Ukraine aus - ansonsten verlor er keine Worte zur Krise im Nachbarland.

Wegen seines außenpolitischen Kurses steht Putin im Westen in der Kritik. So hatte er eine engere Anbindung der Ukraine an die EU durch massive Handels-Anreize und Drohungen verhindert.

Im Bereich der Innenpolitik kündigte Putin eine Offensive in der Bildung und bei der Modernisierung der Regionen an. Über die angekündigte Amnestie für Häftlinge äußerte sich der Präsident jedoch nicht.

Die wirtschaftliche Schwäche sei vor allem auf die inneren Probleme zurückzuführen, so Putin. Um das Sozialsystem zu stärken, müssten sich mehr Unternehmen in den Regionen ansiedeln. Deshalb sei es wichtig, verstärkt in die Hochschulen, Technologie und neue Energien zu investieren.

Mehr als 1000 Menschen waren bei der Rede im Präsidialamt anwesend. Darunter auch hochrangige Personen aus Kirche und Wirtschaft sowie Premierminister Dmitrij Medwedew und Außenminister Sergej Lawrow. Anlass für die Rede war das 20-jährige Bestehen der russischen Verfassung.

cth/fab/Reuters



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