Unterstützung für Assad Putin rechtfertigt Luftangriffe in Syrien

Seit Ende September fliegt Russland Luftangriffe in Syrien - und erntet dafür international heftige Kritik. Jetzt hat Präsident Putin den Einsatz erneut verteidigt: Ohne die Hilfe aus Moskau laufe Syrien Gefahr, "von terroristischen Gruppen" überrannt zu werden.
Russlands Präsident Putin: "Das Böse gemeinsam bekämpfen"

Russlands Präsident Putin: "Das Böse gemeinsam bekämpfen"

Foto: Alexei Nikolsky/ AP/dpa

Wladimir Putin hat in einem TV-Interview die russischen Luftangriffe in Syrien verteidigt. Ziel sei es, "die legitimierte Autorität" von Machthaber Baschar al-Assad zu sichern, zitiert der Sender BBC aus dem Gespräch . Außerdem gehe es darum, Voraussetzungen für einen politischen Kompromiss in Syrien zu schaffen.

Seit dem 30. September fliegt Russland Luftangriffe in Syrien. Offiziell richten sich die Attacken gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) - tatsächlich weisen aber alle Indizien darauf hin, dass Russland vor allem die syrischen Rebellen im Visier hat, um so seinen Verbündeten Assad zu stärken.

Diesen Vorwurf hat Putin nun im Interview mit dem staatlichen Sender TV Moskau erneut zurückgewiesen. Außerdem sagte er, ohne die Hilfe aus Moskau laufe Syrien Gefahr, "von terroristischen Gruppen" überrannt zu werden. Assads Regierung befinde sich derzeit "im Belagerungszustand", militante Truppen stünden kurz vor Damaskus. Im Kampf gegen "das Böse" forderte Putin andere Länder auf, gemeinsam vorzugehen.

Machtverhältnisse in Syrien (Stand: 4. Oktober 2015)

Machtverhältnisse in Syrien (Stand: 4. Oktober 2015)

Foto: SPIEGEL ONLINE

Neben Russland fliegen auch Frankreich, die USA und Großbritannien Angriffe in Syrien. Diese richten sich gegen den IS. Um gefährliche Zwischenfälle im Luftraum zu vermeiden, hatte es Anfang des Monats auf militärischer Ebene Gespräche zwischen den USA und Russland gegeben. Pentagon-Sprecher Peter Cook betonte aber ausdrücklich, dabei handle es sich nicht um eine Zusammenarbeit.

Russland hat nach eigenen Angaben vom Sonntag binnen 24 Stunden 60 Angriffe in Syrien geflogen und Ziele in den Provinzen Hama, Latakia, Idlib und Rakka getroffen.

Dass eine Lösung der Syrienkrise nur mit Putin zu erreichen ist, glaubt unter anderem der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer. Er kündigte am Wochenende an, die Gespräche mit der Regierung in Moskau intensivieren zu wollen.

aar
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.