Trotz Ukraine-Krise
Putin kommt zu Weltkriegs-Gedenken in die Normandie
Der Kreml sendet in der Ukraine-Krise ein weiteres Zeichen der Entspannung an den Westen. Wladimir Putin hat seine Teilnahme an der Gedenkfeier zum D-Day in der Normandie zugesagt.
Moskau - Frankreichs Präsident François Hollande hatte sich als Gastgeber bereits für eine Teilnahme von Wladimir Putin starkgemacht, jetzt sagte der Kreml-Chef zu: Russlands Präsident nimmt an den Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie Anfang Juni teil.
Die Zusage Putins übermittelte der russische Botschafter in Frankreich. Der Kreml hatte am Dienstag mitgeteilt, dass Putin eine Reise zu den Feierlichkeiten nach Frankreich in Betracht zieht. Einem Medienbericht zufolge sind am Rande der Zeremonie, zu der auch US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erwartet werden, bilaterale Treffen geplant.
Er heiße Putin zum 70. Jahrestag der Landung der Alliierten willkommen, hatte Hollande dem Sender France 2 gesagt. "Man kann Meinungsverschiedenheiten mit Wladimir Putin haben", erklärte Hollande unter Bezugnahme auf die Ukraine-Krise. Er werde aber nie vergessen, dass während des Zweiten Weltkriegs Millionen Russen ihr Leben gelassen hätten.
Ähnlich äußerte sich Frankreichs Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian. Er sehe keinen Grund, weshalb dem Präsidenten des russischen Volkes, "das neun Millionen Landsleute im Kampf gegen die Nazis verloren hat", die Teilnahme an dem Gedenktag verwehrt bleiben solle. "In solchen Momenten des Gedenkens ist es wichtig, dass alle Kriegsparteien anwesend sind", erklärte Le Drian.
Die alliierten Streitkräfte waren am 6. Juni 1944 an den Stränden der Normandie in Nordfrankreich gelandet, um eine zweite Front gegen das nationalsozialistische Deutschland zu eröffnen und das besetzte Frankreich zu befreien. Jedes Jahr reisen Politiker und Veteranen zur Erinnerung an den D-Day nach Nordfrankreich, um der getöteten Soldaten zu gedenken.