Putsch der Generäle Thailands Militär löst Parlament auf

Die thailändischen Generäle ziehen ihren Putsch gnadenlos durch: Nach der Regierung entmachteten sie jetzt auch das Parlament.

REUTERS

Bangkok - Das thailändische Militär hat am Samstag den Senat aufgelöst und Armeechef Prayut Chan-ocha die legislative Gewalt übertragen. Der Senat mit seinen 150 Mitgliedern war nach der Machtübernahme der Militärs am Donnerstag eine der letzten noch unabhängigen Institutionen.

Oberst Winthai Surawee, der Sprecher des "Rats für nationalen Frieden und die Aufrechterhaltung der Ordnung", verkündete die Auflösung im thailändischen Fernsehen. Die Hälfte der Senatoren war gewählt, die andere Hälfte wird ernannt.

Das Militär hatte am Donnerstag nach einer monatelangen Staatskrise die Regierung abgesetzt, Prayut erklärte sich zum neuen Regierungschef. Die abgesetzte Regierungschefin Yingluck Shinawatra und mehr als 150 weitere führende Politiker aus ihrem Lager und von der Opposition wurden vom Militär verhaftet und sollen bis zu einer Woche festgehalten werden.

Hintergrund des Konflikts ist ein seit fast zehn Jahren andauernder Machtkampf zwischen Anhängern des früheren Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra - Yinglucks älteren Bruders - und der königstreuen Mittelschicht. Thaksin wird von der armen Landbevölkerung unterstützt. Aus dem Exil hat er nach wie vor großen Einfluss - zuletzt durch seine Schwester als Regierungschefin.

Der Westen hat den Putsch einhellig verurteilt. Die US-Regierung setzte in einer ersten Reaktion am Freitag Militärhilfen in Höhe von 3,5 Millionen Dollar an seinen ältesten Verbündeten in der Region aus.

mik/AFP/dpa

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