Qaida-Anschlag 20 Jahre Haft für Bombenbauer von Bali

Er war einer der meistgesuchten Terroristen der Welt - jetzt muss er für 20 Jahre ins Gefängnis: Umar Patek, einer der Hintermänner der Anschläge von Bali 2002, ist von einem Gericht in Indonesien zu langer Haft verurteilt worden. Nur weil er Reue zeigte, entgeht er der Todesstrafe.

Bombenbauer Patek: Der Todesstrafe entkommen
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Bombenbauer Patek: Der Todesstrafe entkommen


Jakarta - Fast zehn Jahre ist es her, dass er Sprengsätze zusammenbaute, die auf Bali mehr als 200 Menschen in den Tod rissen. Dann war Umar Patek lange einer der meistgesuchten Terroristen der Welt. Jetzt ist er von einem Distriktgericht in der indonesischen Hauptstadt Jakarta verurteilt worden - zu 20 Jahren Gefängnis wegen Beihilfe zu den Terroranschlägen 2000 und 2002 in Indonesien. Das berichten regionale Medien.

Weihnachten 2000 waren in Kirchen in Jakarta Bomben detoniert, die 19 Menschen in den Tod rissen. Im Oktober 2002 starben bei Explosionen auf der Ferieninsel Bali 202 Menschen, darunter Dutzende ausländische Touristen. Die Ankläger hatten nicht die Todesstrafe gefordert, weil Patek Reue gezeigt hatte.

Patek wurde im Januar 2011 in Abottabad in Pakistan festgenommen, wo US-Sonderkommandos später den Qaida-Chef Osama Bin Laden aufspürten und töteten. Die US-Behörden hatten ein Kopfgeld von einer Million Dollar auf Patek ausgesetzt. Im Februar hatte der Prozess gegen den 45-Jährigen begonnen. Mehr als 240 Polizisten und Scharfschützen sicherten das Gelände um das Gerichtsgebäude für den letzten Verhandlungstag.

Der Terrorist hat nach Überzeugung des Gerichts die Bomben für die Anschläge zusammengebaut. Patek räumte ein, mit mehreren der wegen der Bali-Anschläge verurteilten Terroristen zusammengearbeitet zu haben. Seine Weggefährten waren unter anderem Ali Imron und Imam Samudra. Imron wurde wegen der Anschläge zu lebenslanger Haft verurteilt. Samudra bekam mit zwei weiteren Komplizen die Todesstrafe und wurde 2008 hingerichtet.

Patek sagte, er habe Zünder eingerichtet und Chemikalien gemischt. Er habe aber nicht gewusst, für welche Einsätze die Bomben gedacht gewesen seien. Patek will seine Komplizen auch vor den Anschlägen aufgerufen haben, von ihren Plänen abzulassen. Er entschuldigte sich im Prozess bei den Opfern.

cab/dpa



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