Aiman al-Sawahiri Qaida-Chef ruft Saudi-Araber zum Aufstand auf

Fast überall in der arabischen Welt haben sich Menschen gegen ihre Herrscher erhoben. Nur in Saudi-Arabien ist kein Aufstand in Sicht. Qaida-Chef Aiman al-Sawahiri ruft seine Anhänger jetzt zur Revolte im Geburtsland des Islam auf - mit wenig Aussicht auf Erfolg.

Qaida-Chef Sawahiri: "Warum erhebt ihr euch nicht?"
AP/ IntelCenter

Qaida-Chef Sawahiri: "Warum erhebt ihr euch nicht?"

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Hamburg - Der Name kommt ihm nicht über die Lippen: In einem am Donnerstag veröffentlichten Video ruft Qaida-Chef Aiman al-Sawahiri zum Aufstand in Saudi-Arabien auf, ohne das Land auch nur einmal mit seiner korrekten Bezeichnung zu nennen.

Die namensgebende Königsfamilie Saud gilt Sawahiri als illegitimer Herrscher-Clan, damit ist auch der Name Saudi-Arabien unrechtmäßig. Also richtet der Terrorchef seine Botschaft stattdessen an "unser Volk in der Stätte der Offenbarung und der Wiege des Islam".

Etwas länger als sechs Minuten dauert das jüngste Video, das von al-Qaidas Medienabteilung al-Sahab veröffentlicht wurde. Es ist die vierte Botschaft binnen einer Woche, mit der sich Sawahiri an seine Anhänger richtet. In den Veröffentlichungen verdammte der Ägypter die Koranverbrennungen in Afghanistan und richtete Kampfappelle an seine Getreuen in Somalia und Jemen.

Nun also Saudi-Arabien: Zum ersten Mal richtet sich Osama Bin Ladens Nachfolger in einer eigenen Rede an das Volk auf der Arabischen Halbinsel. Er beginnt sein Video mit historischen Aufnahmen aus Saudi-Arabien. Dazu wird die Frage eingeblendet: "Warum erhebt ihr euch nicht, ihr Söhne stolzer und starker Stämme, die den Tod nicht fürchten, um Erniedrigung und Unterdrückung abzuwerfen?"

Es folgen kurze Ausschnitte, die König Abdullah mit Würdenträgern zeigen, die al-Qaida zu Feinden des Islam erklärt hat: Papst Benedikt XVI., George W. Bush, Colin Powell und Barack Obama.

Dann erst beginnt Sawahiri seine Rede, dazu wird ein Standbild des in unschuldigem Weiß gewandeten Qaida-Chefs eingeblendet. In der rechten Hand hält er ein Gewehr. Der 60-Jährige kommt schnell zur Sache: Überall hätten sich die arabischen Völker seit mehr als einem Jahr erhoben, "westlich von euch, südlich von euch, nördlich von euch, aber ihr bewegt euch nicht!"

König Abdullah erkauft sich die Gefolgschaft

Erzürnt fährt Sawahiri fort: "Meine edlen Brüder, warum seid ihr geduldig mit der Herrschaft der Saud. Sie gehört zu den schlimmsten Regimen, was Korruption und Verdorbenheit betrifft." Außerdem hätte es die Königsfamilie zugelassen, dass "die Kreuzzügler" - gemeint ist die US-Armee - in das Geburtsland des Islam kommen konnten, um von dort aus ihre Angriffe auf den Irak und Afghanistan durchzuführen.

"Warum folgt ihr nicht dem Beispiel eurer Brüder in Tunesien, Libyen, Ägypten, Jemen und Syrien, die sich zu Hunderttausenden erhoben haben?" Die Truppen der Sauds könnten nichts ausrichten, wenn sich die Menschen im Königreich zum Aufstand entschlössen und den "Staat der Erniedrigung" durch einen "Staat des Islam" ersetzten.

Doch von einer Rebellion, wie sie Sawahiri vorschwebt, ist Saudi-Arabien weit entfernt. Zarte Proteste im März 2011 erstickte das Regime im Keim. Das Königshaus erkauft sich die Loyalität seiner Untertanen auf altbekannte Weise mit den weiterhin sprudelnden Erdöleinnahmen. König Abdullah ordnete ein umfangreiches Sozialleistungspaket in Höhe von umgerechnet 26 Milliarden Euro an. Unter anderem wurden damit die Gehälter der Staatsbediensteten um 15 Prozent angehoben.

Zwar ist nach inoffiziellen Schätzungen jeder dritte Saudi-Araber unter 30 Jahren arbeitslos, doch liegt deren Lebensstandard noch deutlich über dem der meisten Ägypter oder Syrer, die das gleiche Schicksal teilen.

Und doch: Es gibt Unruhen in Saudi-Arabien. In der ölreichen Ostprovinz geht die unterdrückte schiitische Minderheit regelmäßig gegen das Herrscherhaus auf die Straße. Seit Beginn vergangenen Jahres sind bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften mehrere Menschen getötet worden.

Aiman al-Sawahiri geht auf diese Proteste mit keiner Silbe ein. Wenn es Menschen gibt, die der Qaida-Chef noch mehr hasst als die saudische Königsfamilie, dann sind es Schiiten.

insgesamt 7 Beiträge
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Gerdtrader50 18.05.2012
1. Al Quaida
mit seinem Aiman al-Sawahirihat gut reden. Er moege sich doch mal nach Saudi Arabien begeben und zum Beispiel in Riadh seine Sprueche loslassen. So schnell, wie er dort verurteilt wird wegen Hochverrats und freitags auf dem Marktplatz oeffentlich mit dem Schwert enthauptet wird so schnell kann er nicht gucken. Alles Schwaetzer. Damit kann er anderen Muslimen imponieren, die Einwohner Saudi Arabiens wissen, was ihnen blueht, wenn sie diesen Gesprächen Folge leisten. Die halten sich lieber zurueck. Die Strafen der Scharia werden dort gnadenlos angewandt, nicht nur bei der Al Quaida.
Vorzeichen 18.05.2012
2.
Zitat von sysopAP/ IntelCenterFast überall in der arabischen Welt haben sich Menschen gegen ihre Herrscher erhoben. Nur in Saudi-Arabien ist kein Aufstand in Sicht. Qaida-Chef Aiman al-Sawahiri ruft seine Anhänger jetzt zur Revolte im Geburtsland des Islam auf - mit wenig Aussicht auf Erfolg. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,833815,00.html
Mir geht das martialische Gehabe von Terroristen auf den Zeiger. Erinnert ein wenig an die RAF: Große Klappe, nichts dahinter. Al Qaida ist in etwa so islamisch wie die Nationalsozialisten deutsch waren, nämlich gar nicht. Das Maul aufreißen können Versager, Frustrierte und Nichtskönner eben am besten. An Saudi Arabien hingegen ist zwar so ziemlich alles schlecht, aber dieses Land ist das einzige, das genügend Arsch in der Hose hat, um den Mördern das Morden auszutreiben: Am Wahabismus beißen sich die Ungebildeten aus der Wüste die Zähne aus. Ähnliches gilt auch für Iran. Der Ungewaschene und die Kleriker sind zwar Arschlöcher par excellence, aber immer noch mächtiger als die Vollhonks, die Deppen wie Bin Laden anhimmeln. Eigentlich wäre ein Ignorieren der Fundis das Sinnvollste, aber hier geht es um potentiell viele Hundert Tote. Also bleibt nur draufhauen, meint töten. Scheißtaktik, aber die Mörder wollen es ja so: Sie lieben, wie sie sagen, den Tod. Also her mit dem Sensenmann.
FreakmasterJ 18.05.2012
3. Fan-Post...
Zitat von sysopAP/ IntelCenterFast überall in der arabischen Welt haben sich Menschen gegen ihre Herrscher erhoben. Nur in Saudi-Arabien ist kein Aufstand in Sicht. Qaida-Chef Aiman al-Sawahiri ruft seine Anhänger jetzt zur Revolte im Geburtsland des Islam auf - mit wenig Aussicht auf Erfolg. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,833815,00.html
Kennt jemand die Kontaktadresse von al-Sawahiri?? Würde ihm gerne ne "Das Leben des Brian"-DVD zuschicken :-) Vielleicht lernt er ja was draus...
Onkel_Karl 18.05.2012
4. 334+++ü
Zitat von sysopAP/ IntelCenterFast überall in der arabischen Welt haben sich Menschen gegen ihre Herrscher erhoben. Nur in Saudi-Arabien ist kein Aufstand in Sicht. Qaida-Chef Aiman al-Sawahiri ruft seine Anhänger jetzt zur Revolte im Geburtsland des Islam auf - mit wenig Aussicht auf Erfolg. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,833815,00.html
Langsam bekommt man den Eindruck,dass Al Qaida ein Vertreter der US Politik ist...ich werde mich nicht wundern,dass nachdem die Sache mit Syrien und Iran erledigt ist,dann kommen die Länder die jetzt noch unsere "Verbündete" sind....Katar,Bahrein,Saudis mit ihrem Wahhabiten...alles Gründe für einen "Befreiungskrieg" ...die Zeit kommt noch und Saud wird sich wundern,wie schnell aus Freunden aus USA ,Feinde werden.... Alles was Bin Laden mal gefordert hat ist auch eingetreten...Nord Afrika ist in der hand der Radikalen Islamisten und 25 Millionen Korane in Deutschland,wurden durch das Geld aus Libyen finanziert...den 1 Koran kosten kein 1 Euro...
Onkel_Karl 18.05.2012
5. #++wer1
Zitat von FreakmasterJKennt jemand die Kontaktadresse von al-Sawahiri?? Würde ihm gerne ne "Das Leben des Brian"-DVD zuschicken :-) Vielleicht lernt er ja was draus...
Ich kenne die Adresse...ein Tv Studio bei der CIA... Da kann man sich melden oder auf einem Islam-Forum nach Mittätern sucht..dann wird man von einem CIA Agenten erst heiss gemacht,dann baut man eine Bombe..geht in den Wald...Bombe explodiert und dann gibt man dem angeblichen Al Qaida Unterstützer eine Attrappe und schickt ihn auf die "Reise ins Paradies"...das dauert etwa 1 stunde,dann wird der festgenommen und lebenslänglich eingesperrt. 90% der Radikalen Seiten werden durch CIA betrieben...um die "Schläfer" rechtzeitig zu erwischen. In Europa würde sowas vor keinem gericht durchkommen...erst anstacheln,dann mit Bomben versorgt und am Ende festgenommen...aber wir sind ja softies in den Augen der USA....man muss Beweise vorlegen und wenn ein V-Mann auch noch eine Bombe dem "Attentäter" liefert,um ihn danach anzuklagen...das gibt es nur in einem Land auf der Welt...
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