Qaida-Kommandeur Paris erklärt den "kleinen Emir" für tot

Frankreich hat den Tod des Qaida-Führers Abu Zaid bestätigt. Der kleinwüchsige Islamist war bereits Ende Februar bei Kämpfen in Nordmali gefallen. Damit verlieren die Dschihadisten einen wichtigen Anführer im Wüstenkrieg gegen die französische Armee.

Abu Zaid alias der "kleine Emir" ist tot
AFP/ SAHARA MEDIA

Abu Zaid alias der "kleine Emir" ist tot


Paris/Bamako - Die französische Regierung hat den Tod eines der wichtigsten Anführer der Extremistengruppe al-Qaida im Islamischen Maghreb (Aqmi) bestätigt. Der Extremist Abdelhamid Abu Zaid sei Ende Februar bei einer französischen Militäroffensive im Ifoghas-Gebirge im Nordosten Malis getötet worden, erklärte der Elysée-Palast am Samstag in Paris.

Der Tod sei "definitiv bestätigt", teilte das Büro von Präsident François Hollande mit. Der Tod des Aqmi-Anführers sei eine "bedeutende Etappe im Kampf gegen den Terrorismus in der Sahel-Zone". Ein Gentest habe den Tod zweifelsfrei belegt.

Bereits Ende Februar war der etwa 47-jährige Algerier Abu Zaid durch die Regierung des Tschad für tot erklärt worden. Es hieß, tschadische Soldaten hätten den Islamisten, dessen richtiger Name Mohammed Ghdiri lautet, getötet. Es blieben jedoch Zweifel daran, ob es sich tatsächlich um Abu Zaid handelte.

Abu Zaid soll einen der gewalttätigsten Qaida-Ableger in Nordafrika befehligt haben. Seit zwei Jahren sollen seine Männer vier Franzosen in einer Uranmine im Niger als Geiseln halten. Zaid ist außerdem für den Tod von mindestens zwei europäischen Geiseln in der algerischen Sahara verantwortlich.

Verantwortlich für Geiselnahmen und Tötungen

Wie viele islamistische Kämpfer in der Sahel-Zone begann Zaids Islamistenkarriere mit dem Kampf gegen die algerische Regierung 1992. Er soll mehreren islamistischen Gruppen angehört haben, die sich 2006 zur Aqmi zusammenschlossen.

Ein algerisches Gericht verurteilte Zaid Anfang 2012 in Abwesenheit wegen seiner terroristischen Aktivitäten zu einer lebenslänglichen Gefängnisstrafe. Zaid war klein von Wuchs und führte außer seinem Kampfnamen etliche weitere Aliasse, darunter auch der "kleine Emir". Zuletzt kämpften seine Verbände in Nordmali gegen die Koalition aus tschadische und französischen Soldaten.

Französische Truppen führen seit Mitte Januar einen Militäreinsatz gegen Islamisten in Mali. Die Kämpfe konzentrieren sich derzeit auf das Ifoghas-Gebirge, wohin sich islamistische Gruppen zurückgezogen haben. Die Koalition hatte die Islamisten zunächst aus den wichtigsten Städten vertrieben. Ein schneller Sieg über die Islamisten ist nach anfänglichen Erfolgsmeldungen zuletzt wieder in die Ferne gerückt.

cht/AFP/dpa/AP

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