Qaida-Offensive USA forcieren Aufrüstung des Irak

"Hellfire"-Raketen und mehr Aufklärungsdrohnen: Angesichts der Terroroffensive im Irak sichern die USA der Regierung in Bagdad schnellere Waffenlieferungen zu. Truppenhilfe im Kampf gegen al-Qaida will Washington nicht leisten.

Soldat im Irak (bei Bagdad): Raketen und Drohnen für Bagdad
REUTERS

Soldat im Irak (bei Bagdad): Raketen und Drohnen für Bagdad


Washington - Die Vereinigten Staaten reagieren auf den Vormarsch von Terroristen im Irak. Die US-Regierung will Bagdad rascher militärisches Gerät zur Verfügung stellen. Die Lieferungen würden beschleunigt, sagte der Sprecher des US-Präsidialamts, Jay Carney, am Montag.

Demnach würden weitere "Hellfire"-Raketen ausgeliefert. Zudem sollten die Iraker in den kommenden Wochen zehn und im Laufe des Jahres 48 weitere Aufklärungsdrohnen erhalten, um Terroristen aufzuspüren. Bereits im Dezember hatten die USA die Lieferung entsprechender Waffen angekündigt.

Die USA hatten sich zuletzt sehr beunruhigt über das Erstarken von al-Qaida im Westen des Irak gezeigt. Die Extremisten kontrollieren mittlerweile Teile der überwiegend von Sunniten bewohnten Provinz Anbar. Diese grenzt an das Bürgerkriegsland Syrien, wo ebenfalls Qaida-Kämpfer aktiv sind. Unter anderem besetzten sie Teile der Stadt Falludscha.

Direkte Truppenhilfe bei der Vertreibung der Terroristen wollen die USA nicht leisten. Iraks Regierung drohte am Montag mit der Erstürmung Falludschas, sollten die Extremisten nicht rasch von dort vertrieben werden. Ministerpräsident Nuri al-Maliki forderte Bewohner und Stammesanführer auf, "die Terroristen aus der Stadt zu werfen, um sich selbst das Risiko bewaffneter Kämpfe zu ersparen".

US-Vizepräsident Joe Biden sicherte Ministerpräsident al-Maliki in einem Telefonat die Unterstützung der Vereinigten Staaten zu. Zugleich lobte er die inzwischen etablierte Zusammenarbeit der Sicherheitskräfte mit den Stammesführern in der Unruhe-Provinz Anbar.

Die US-Armee war 2003 im Irak einmarschiert und hatte den Diktator Saddam Hussein gestürzt. Nach dem Zusammenbruch der Staatsmacht bemühten sich die Amerikaner vergeblich, eine stabile Nachkriegsordnung zu installieren. Im Dezember 2011 verließen die letzten US-Truppen den Irak.

suc/dpa/Reuters

insgesamt 28 Beiträge
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politicalhank 07.01.2014
1.
Da sieht man mal was das imperialistische Machtgehabe der Amis langfristig anrichtet. Bravo 'Murica!
ghostscript 07.01.2014
2. Lockheed Martin wird sich freuen
So eine Höllenfeuer-Rakekte kostet um die 70.000 USD. Dabei muss ich wieder an das Lied von Linkin Park denken mit dem Zitat von Jean-Paul Sartrte: "When the rich wage war, it's the poor who die" Passt mal wieder wie die berühmte Faust aufs Auge.
nano-thermit 07.01.2014
3. Na da haben die USA sich einen Prime Markt geschaffen!?
Immer schön Unruhe stiften und dadurch viele Waffen ans eigene Militär Verkäufen oder an sgn verbündete. Immer taucht die Alquaida da auf wo die USA demnächst aus geostrategischer Sicht hinwollen. Für jemanden wie die NATO kommt es nur gelegen dass man sich an China und Russland nähern kann und einen geografischen Keil zwischen beide schieben kann. Dafür müssten die us Strategen sich seit 10 Jahren höflich bei den "Terroristen" bedanken.
Sperberauge 07.01.2014
4. Falsche Strategie
Mit Drohnen und Hell-Fire-Raketen lässt sich der Krieg gegen die Terroristen, die sich in Falluja und Ramadi eingenistet haben, nicht gewinnen. Die Kollateralschäden wären immens. Al-Maliki muss endlich über seinen Schatten springen und den Sunniten die gleichen Rechte gewähren. Ohne die Zusammenarbeit mit den Sunniten, werden die Terroristen nicht verschwinden. Im Gegenteil, viele Sympathisanten werden sich der ISIS anschliessen, weil sie eh nichts mehr zu verlieren haben. Wenn Al-Maliki das nicht begreifen will, dann muss er abtreten - je früher desto besser für sein Land.
mielforte 07.01.2014
5. Ein niemals versiegendes Füllhorn der Rüstungsindustrie
Gut gemacht! Und deshalb gleich nochmal das Zitat Dwight D. Eisenhowers nach seiner Amtszeit als Präsident der USA 1961 und vor dem Mord an John F. Kennedy (Zusammenhänge drängen sich auf): Er sagte dass "die Räte der Regierung vor dem Erwerb von ungerechtfertigtem Einfluss, ob gesucht oder ungesucht, des Militärisch-Industriellen Komplexes schützen müssen. Das Potential für die katastrophale Zunahme fehlgeleiteter Macht existiert und wird weiter zunehmen. Wir dürfen niemals zulassen, dass das Gewicht dieser Kombination (also jener Militärisch-Industrieller Komplex) unsere Freiheiten oder demokratische Prozesse gefährdet. Wir sollten nichts als Selbstverständliches betrachten." Das wäre mE eine Formel, die parteiübergreifend Konsens erlangen könnte (gerade unter dem Eindruck des NSA-Skandals) und ein Einlenken unserer Bündnispartner folgen könnte.
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