Getöteter iranischer General Zehntausende Menschen bei Trauermarsch für Soleimani in Bagdad

In Iraks Hauptstadt haben viele Menschen an einem Trauerzug für den iranischen General Soleimani teilgenommen, der auf Befehl von US-Präsident Trump in Bagdad getötet wurde. Manche skandierten: "Tod für Amerika."
Trauerzug für Qasem Soleimani in Bagdad: "Tod für Amerika"

Trauerzug für Qasem Soleimani in Bagdad: "Tod für Amerika"

Foto: THAIER AL-SUDANI/ REUTERS

Manche schwenkten irakische Flaggen, andere riefen anti-amerikanische Parolen, wieder andere forderten Vergeltung: In Bagdads Stadtteil Kasimija haben Zehntausende Menschen öffentlich um den Topgeneral Qasem Soleimani getrauert.

Soleimani - der nach eigenen Angaben die iranische Politik steuerte, "was den Irak, den Libanon, Gaza und Afghanistan betrifft" - war in der Nacht zum Freitag bei einem Raketenangriff in der irakischen Hauptstadt getötet worden. Die Attacke erfolgte auf Anweisung von US-Präsident Donald Trump.

Am Trauerzug vom Samstag nahmen unter anderem der geschäftsführende irakische Regierungschef Adil und weitere hochrangige Politiker teil. Militärfahrzeuge transportierten Särge mit Soleimanis Leiche und denen von sieben weiteren Menschen, die bei dem US-Angriff gestorben waren. Einer der Toten ist der irakische Milizenführer Abu Mehdi al-Muhandis, einer der mächtigsten irakischen Milizkommandeure und seit Jahrzehnten Teherans Mann in Bagdad.

Angeführt wurde der Zug laut Augenzeugen von irakischen Milizionären, sie schwenkten irakische Flaggen und Banner von Milizen, die von Iran unterstützt werden. "Tod für Amerika", riefen einige. Am Himmel kreisten Militärhubschrauber der irakischen Armee.

Im Bezirk Kasimija befindet sich ein wichtiges Heiligtum der Schiiten, einer Glaubensrichtung des Islam, der die Mehrheit der Iraner angehören. Im Anschluss an den Trauerzug in Kasimija ist ein Staatsbegräbnis in der sogenannten Grünen Zone Bagdads geplant, in der viele Ministerien und Botschaften liegen. Eine weitere Prozession soll in der irakischen Stadt Kerbela stattfinden.

Danach soll Soleimanis Leiche schließlich zur Beisetzung in den Iran transportiert werden. Die sieben anderen Todesopfer sollen in Nadschaf im Südirak beigesetzt werden: Die Stadt zählt zu den heiligsten Städten für schiitische Muslime.

Sendehinweis

Irans Schattengeneral (GB 2019)
Er ist Generalmajor der Quds-Brigaden, einer Eliteeinheit der iranischen Revolutionsgarden und der Meister geheimer Bündnisse. Doch sein Name ist kaum jemandem bekannt: Qasem Soleimani. Raffiniert leitet er die außenpolitischen Geschicke Irans und hinterlässt dabei keine schriftlichen Spuren. Wer ist dieser Mann? Und wie kam er in eine so wichtige Position?

SPIEGEL GESCHICHTE auf Sky, Samstag 4.1.2020 um 21.50 Uhr (Wh. So. 13.25 Uhr) und jederzeit bei SKY on Demand auf Abruf

ssu/AFP/dpa/Reuters
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