Querelen mit Premierministerin Australiens Außenminister Rudd tritt zurück

Die Rivalität mit Australiens Regierungschefin Julia Gillard war offenbar zu groß: Außenminister Kevin Rudd hat seinen Rücktritt erklärt - schon wird darüber spekuliert, dass er ihr die Führungsposition bald streitig machen könnte.


Sydney - Kevin Rudd ließ keine Zweifel an dem Grund für seinen Rückzug: "Die Sache ist, dass ich mein Amt nicht ohne die Rückendeckung von Premierministerin Gillard ausüben kann", sagte Australiens Außenminister, als er am Mittwoch in einer live vom Fernsehen übertragenen Pressekonferenz seinen Rücktritt bekanntgab.

Die Rivalität zwischen Regierungschefin Julia Gillard und Rudd hatte sich in den vergangenen Wochen verschärft. Kommentatoren spekulierten am Mittwoch sofort über eine mögliche Kandidatur Rudds für die Partei- und Regierungsspitze.

Rudd war bis 2010 Partei- und Regierungschef, ehe Gillard ihn in einer beispiellosen Revolte innerhalb der Labor-Partei stürzte. Gillard hatte die Parlamentswahlen nach dem Sturz von Rudd im August 2010 denkbar knapp gewonnen. Seitdem ist die Labor-Partei in den Umfragen abgestürzt. Regulär stünden die nächsten Wahlen 2013 an.

Bei seiner Pressekonferenz während einer US-Reise kündigte Rudd an, am Freitag nach Australien zurückzukehren und sich dann ausführlich zu seiner Zukunft zu äußern. Er kritisierte zudem erneut seinen Sturz als Partei- und Regierungschef. "Wir alle wissen: Was passiert ist, war falsch und darf nie wieder passieren."

Am Mittwoch hatte die Zeitung "The Australian" vor Bekanntwerden von Rudds Rücktritt berichtet, Gillard wolle sich kommende Woche bei einer Parteiabstimmung die Unterstützung von Labor sichern und Rudd zu einem Votum gegen sie zwingen - und ihn dann als Außenminister entlassen.

hen/dpa/AFP



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