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17. Juli 2013, 17:16 Uhr

Aufstand gegen Assad

Querschläger aus Syrien töten zwei Türken

Der Krieg in Syrien hat erneut auf die Nachbarländer übergegriffen: In einer türkischen Grenzstadt kamen zwei Menschen durch Querschläger ums Leben, im Libanon wurde ein prominenter Anhänger von Diktator Assad getötet.

Diyarbakir - Querschläger aus Syrien haben in der türkischen Grenzstadt Ceylanpinar zwei Menschen getötet und das Polizeipräsidium des Ortes getroffen. Auch mehrere Wohnhäuser seien beschädigt worden. Türkische Truppen erwiderten daraufhin das Feuer.

Die Geschosse kamen aus dem syrischen Grenzort Ras al-Ain, wo sich Kurden und islamistische Gegner von Staatschef Baschar al-Assad Gefechte lieferten. Die Kämpfe hatten nach Darstellung der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte begonnen, als Islamisten eine kurdische Streife angriffen und einen Kämpfer als Geisel nahmen.

Bereits am Dienstag waren in Ceylanpinar ein Mann und ein 15-Jähriger durch Schüsse aus Syrien ums Leben gekommen. Das wurde aus Sicherheitskreisen berichtet. Die grenzüberschreitenden Schießereien waren der schwerste Zwischenfall im Grenzgebiet seit Wochen.

Der Krieg in Syrien griff auch auf das benachbarte Libanon über. Im Süden des Landes erschossen mutmaßliche Attentäter aus Reihen der Rebellen am Mittwoch den Journalisten Darra Dschamo, einen prominenten Assad-Anhänger. Es war das erste Attentat gegen einen Unterstützer Assads im Libanon seit Beginn des mittlerweile zum Bürgerkrieg ausgearteten Aufstands gegen den Machthaber vor mehr als zwei Jahren. Das syrische Staatsfernsehen machte "bewaffnete Terrorgruppen" für die Tat verantwortlich.

Aber auch in Syrien selbst gab es Todesopfer: In der Nähe der Hauptstadt Damaskus wurden nach übereinstimmenden Angaben von Regierung und Opposition mehrere Menschen bei der Explosion einer Autobombe getötet.

Die Türkei und der Libanon befürchten, in den Aufstand gegen Assad verwickelt zu werden, bei dem bisher mehr als 90.000 Menschen getötet wurden. Beide Länder haben insgesamt fast 1,8 Millionen Flüchtlinge aufgenommen.

Der Flüchtlingsstrom aus Syrien hat nach Angaben der Vereinten Nationen einen Umfang angenommen, der zuletzt beim Völkermord in Ruanda vor 20 Jahren erreicht wurde. In diesem Jahr verließen im Schnitt täglich 6000 Menschen wegen des Bürgerkriegs das arabische Land, sagte der Uno-Hochkommissar für Flüchtlinge, Antonio Guterres, am Dienstag vor dem Sicherheitsrat in New York.

als/Reuters

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