Raketenabwehr Pentagon holt Testgeschoss vom Himmel

Das US-Verteidigungsministerium hat einen erneuten Testlauf seines umstrittenen Raketenabwehrsystems durchgeführt. Nach Pentagon-Angaben wurde eine Rakete abgefangen, die einen Angriff von Nordkorea aus simulieren sollte.


US-Abwehrrakete (Archivbild): Pentagon berichtet von erfolgreichem Test
AP

US-Abwehrrakete (Archivbild): Pentagon berichtet von erfolgreichem Test

Washington - Die Abteilung für Raketenabwehr des Pentagon teilte mit, man habe eine Abfangrakete von der Vandenberg Air Force Base in Kalifornien aus abgeschossen. Das abgefangene Projektil habe eine Geschwindigkeit und Flugbahn aufgewiesen, die einen Angriff aus Nordkorea simulieren sollten. Tatsächlich wurde die Rakete aber von Alaska aus abgeschossen. Kurz nach dem Start habe das Abfanggeschoss die Testrakete getroffen.

Das US-Militär hat in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe von ähnlichen Tests durchgeführt, mit wechselndem Erfolg. Der Abwehrschild soll sich aus verschiedenen Komponenten zusammensetzen, darunter Patriot-Luftabwehrraketen, antiballistische Geschosse auf Marineschiffen und mit Laserwaffen ausgerüstete Flugzeuge. Zur Erfassung und Verfolgung der Raketen werden Satelliten und Radarsysteme eingesetzt. Das Programm verschlingt jährlich etwa zehn Milliarden Dollar.

Das Pentagon vertritt die Meinung, man brauche das System, um die USA und ihre Verbündeten gegen Bedrohungen aus Staaten wie Iran und Nordkorea zu schützen. Der designierte US-Präsident Barack Obama hatte sich allerdings während seines Wahlkampfs skeptisch über das System geäußert. Konkrete Ankündigungen, das Programm zu verkleinern, machte er jedoch nicht.

Das System hat zu Spannungen zwischen den USA und Russland geführt. Besonders der Plan, in osteuropäischen Staaten Teile des Abwehrschilds zu installieren, stößt auf heftigen Widerstand aus Moskau.

cis/AP



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