Raketenabwehrstreit mit den USA Freundliche Töne aus Russland

Die neue US-Regierung bringt Bewegung in festgefahrene Konflikte: Russland Vizepremier Iwanow reagierte erfreut auf die Rede von US-Vizepräsident Biden bei der Münchner Sicherheitskonferenz. Dessen Äußerungen zum geplanten Raketenabwehrprogramm seien "ein sehr starkes Signal".


München - Der russische Vizeregierungschef Sergej Iwanow hat die Äußerungen des neuen US-Vizepräsidenten Joe Biden bei der Münchner Sicherheitskonferenz als "sehr positiv" gewertet. Bei den umstrittenen US-Plänen für ein Raketenabwehrsystem in Osteuropa hatte Biden anklingen lassen, dass Washington das Vorhaben auf den Prüfstand stellen wolle.

Russlands stellvertretender Ministerpräsident Sergej Iwanow: Lob für das "sehr starke Signal" aus Washington.
DPA

Russlands stellvertretender Ministerpräsident Sergej Iwanow: Lob für das "sehr starke Signal" aus Washington.

Der russische Vizeregierungschef Sergej Iwanow begrüßte das "sehr starke Signal" aus Washington, den Dialog wieder aufzunehmen. Iwanow und Biden trafen sich am Samstag zu einem bilateralen Gespräch am Rande der Konferenz.

Biden hatte bei seinem Auftritt am Samstag für einen "Neustart" der Beziehungen zu Moskau geworben. Die Beziehungen seien in der Vergangenheit "gefährlich abgedriftet", sagte Biden. Zwar kündigte er auch an, die US-Raketenabwehr voranzutreiben, was die Russen im Streit um einen möglichen Raketenschild in Europa strikt ablehnen. Einschränkend sagte er jedoch, zunächst sollten die Pläne der früheren US-Regierung auf den Prüfstand - dadurch könnte das Projekt auf die lange Bank geschoben werden.

Zum Auftakt der Sicherheitskonferenz hatte Iwanow von den USA gefordert, Moskau an den Plänen für einen Raketenabwehrschirm zu beteiligen. Er warnte vor zusätzlichen Spannungen für den Fall, dass die US-Regierung Stützpunkte in der Tschechischen Republik oder in Polen errichtet. Er bot erneut an, Radaranlagen im Süden Russlands für eine gemeinsame Raketenabwehr zu nutzen. Die Anlagen seien in der Lage, alle Raketenstarts aus dem Mittleren Osten zu erkennen. Die Entscheidung, ob dieses Angebot angenommen werde, liege nun bei der US-Regierung.

sac/afp/dpa/Reuters



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.