Raketenschutzschild Bush will Polen mit Militärhilfe gewinnen

Verhandlungserfolg für Polen: Ministerpräsident Tusk ist es bei seinem Besuch im Weißen Haus gelungen, den Preis für die Stationierung eines Raketenschutzschildes der USA in Polen nach oben zu treiben. Washington will helfen, die polnische Armee zu modernisieren.


Washington - Nach einem Treffen mit dem polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk im Weißen Haus kündigte US-Präsident George W. Bush an, dass die USA einen "konkreten und greifbaren Modernisierungsplan" für die polnischen Streitkräfte vorlegen würden. Auch auf die von Polen geforderten Sicherheitsgarantien ging Bush ein: Das Land werde durch die Stationierung von Teilen des Raketenschilds keine "unangemessenen Sicherheitsrisiken" tragen müssen, sagte er zu.

Tusk und Bush: "Viel Arbeit zu tun"
DPA

Tusk und Bush: "Viel Arbeit zu tun"

Tusk sagte nach dem Treffen, vor einer Einigung in der Raketenfrage bleibe noch "viel Arbeit zu tun". Nach seinem Regierungsantritt im November hatte Tusk als Gegenleistung für die Erlaubnis zur Stationierung ein milliardenschweres Hilfsprogramm der USA für Polen gefordert. Zudem müssten die USA sicherstellen, dass Polen durch das Projekt "sicherer, nicht unsicherer" werde. Damit spielte er auf den heftigen Widerstand Russlands an, das sich durch den geplanten Raketenschild in Osteuropa in seiner Sicherheit beeinträchtigt sieht.

Bei den Polen ist das Vorhaben Umfragen zufolge sehr unpopulär. Teile des Abwehrsystems sollen auch in Tschechien stationiert werden, dort steht die Regierung nach eigenen Angaben kurz vor dem Abschluss der Verhandlungen. Amerikanischen Angaben zufolge soll das Raketenabwehrsystem vor allem die Bedrohung durch Raketen aus Iran mindern.

asc/AFP



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